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Aussage im Übernahmestreit : Das Rätsel Postbank

Ganz schön ins Schwitzen gebracht: Das Logo der Postbank (r.) und das seines Übernahmeinstituts der Deutschen Bank Bild: dpa

2008 übernahm die Deutsche Bank die Postbank. Elf Jahre später sagt nun im Übernahmestreit Vorstandschef Appel aus. Sein häufigster Satz dabei: „Daran kann ich mich nicht erinnern.“

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          Frank Appel kann sich noch erinnern an das Vorstandstreffen im kleinen Kreis, an dem auch der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann teilnahm. Es muss wenige Tage vor diesem 12. September 2008 gewesen sein, als die Deutsche Bank einen Brief an den Vorstandschef der Deutschen Post schickte, in dem sie ihre Übernahmeabsicht für die Postbank kundtat. Der Einstieg bei der damals größten Privatkundenbank Deutschlands war ein Milliardengeschäft. Zwei Tage später ging die Investmentbank Lehman Brothers pleite. Bis die Deutsche Bank die Postbank ganz schluckte, sollten noch einige Jahre vergehen. Im Gespräch mit Ackermann sei es um die Zukunft der Postbank gegangen, berichtet Appel, um die der Mitarbeiter und darum, wer welche Kosten übernehmen würde. Den Vorwurf, von möglichen Interessen der Deutschen Bank geleitet worden zu sein, weist Appel zurück. „Wir haben immer die Interessen der Postbank und der Deutschen Post im Auge gehabt und haben uns auch so verhalten“, sagte Appel am Mittwoch im Oberlandesgericht Köln.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Es kommt nicht so häufig vor, dass amtierende Vorstandsvorsitzende von Dax-Konzernen in Gerichtsprozessen als Zeugen aussagen. Dass sich Appel dazu äußert, liegt an einem Streit, der sich seit bald zehn Jahren hinzieht. Vor dem OLG stehen sich die Deutsche Bank und frühere Postbank-Aktionäre gegenüber, darunter das Börsenjournal „Effecten-Spiegel“ und eine Beteiligungsgesellschaft der Talanx-Versicherung. Es geht darum, ob die Deutsche Bank die Aktionäre der Postbank angemessen bezahlt hat.

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