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„Kein ausreichender Mehrwert“ : Commerzbank und Deutsche Bank sagen Fusion ab

  • Aktualisiert am

Frankfurts Banken bei Nacht - die Commerzbank ganz vorne, die Deutsche Bank im Hintergrund Bild: dpa

Nun ist es offiziell: Die beiden größten deutschen Privatbanken verfolgen ihre Fusion nicht weiter. Die Deutsche Bank legte indes überraschend gute Zahlen vor.

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          Aus einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wird nichts. Die Gespräche über einen Zusammenschluss seien ergebnislos beendet worden, teilten die Institute am Donnerstag in Frankfurt mit. Nach gründlicher Prüfung seien die Vorstände zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss „keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde“, hieß es in getrennten Mitteilungen. Dies gelte „auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen.“

          Schon zuvor hatten Insider gegenüber der F.A.Z. und der Nachrichtenagentur Reuters von einem Scheitern gesprochen. „Es läuft wohl auf einen Abbruch der Gespräche hinaus“, hatte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gesagt. Die Deutsche Bank und die Commerzbank hatten eine Stellungnahme abgelehnt.

          Am 17. März hatten die beiden größten Privatbanken Deutschlands öffentlich gemacht, dass sie miteinander die Möglichkeit eines Zusammenschlusses ausloten. Beide Seiten hatten jedoch betont, eine Fusion sei keineswegs ausgemachte Sache. Kritiker einer Fusion hatten vor allem einen gewaltigen Stellenabbau und mögliche Filialschließungen als Argumente gegen die Banken-Hochzeit ins Feld geführt. Die Gewerkschaften liefen deshalb seit dem Bekanntwerden der Fusionspläne Sturm.

          30.000 Jobs drohten wegzufallen

          Auch große Investoren der Deutschen Bank, darunter das Emirat Qatar und der chinesische Mischkonzern HNA, sahen das Unterfangen skeptisch. Zudem haben die Institute zehn Jahre nach der Finanzkrise noch große Baustellen, etwa in der IT oder bei juristischen Altlasten. Daher gab es erhebliche Zweifel, ob eine Fusion wirklich Sinn ergeben würde.

          Die Bundesbank hält die Commerzbank und die Deutsche Bank auch nach dem Ende der Fusionsgespräche für solide und stabil. „Das galt vor und während der Gespräche und ist auch jetzt uneingeschränkt der Fall“, erklärt Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling. Die Bankenaufsicht sei über den Verlauf der Verhandlungen kontinuierlich informiert gewesen. „Wir gehen davon aus, dass beide Banken ihre bereits eingeschlagenen Restrukturierungsanstrengungen, die erste positive Ergebnisse zeigen, konsequent weiterverfolgen.“

          Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat indes Verständnis für die geplatzte Fusion gezeigt. „Solche Kooperationen machen nur Sinn, wenn sie sich betriebswirtschaftlich rechnen und auf ein belastbares Geschäftsmodell zusteuern“, erklärte er am Donnerstag in Berlin. Gleichwohl brauche die global agierende deutsche Industrie „konkurrenzfähige Kreditinstitute, die sie in aller Welt begleiten können“, fuhr er fort. Scholz galt als Treiber der Fusionsgespräche.

          Die Gewerkschaft Verdi hat die gescheiterte Fusion begrüßt. Die Nachteile eines solchen Zusammenschlusses hätten „vor allem in Bezug auf die Arbeitsplätze deutlich überwogen“, erklärte Verdi-Chef Frank Bsirske am Donnerstag. Denn eine Fusion hätte „zehntausende von Arbeitsplätzen gefährdet“. Verdi hatte schon während der Sondierungsgespräche erklärt, langfristig könnten durch die Fusion bis zu 30.000 Jobs wegfallen.

          Vorläufige Quartalszahlen der Deutschen Bank freundlich

          Der CSU-Wirtschaftspolitiker Hans Michelbach sprach nach Abbruch der Gespräche von einem „Sieg der wirtschaftlichen Vernunft„. Größe bedeute nicht zwangsläufig Stärke“, fuhr Michelbach fort. Der Staat sei nicht der bessere Unternehmer.

          Im Windschatten der Fusionsentscheidung veröffentlichte die Deutsche Bank auch Erwartungen für ihre Geschäftszahlen des 1. Quartals, welche die Bank am Freitag offiziell vorlegen will. Demnach machte sie im ersten Quartal überraschend viel Gewinn. Die Bank erwarte einen Vorsteuergewinn von etwa 290 Millionen Euro und einen Gewinn nach Steuern von rund 200 Millionen Euro, hieß es.

          Im Vorjahr hatte die Bank vor Steuern 432 Millionen Euro verdient, unter dem Strich blieben 120 Millionen Euro übrig. Analysten hatten für das erste Quartal 2019 im Schnitt lediglich mit einem Vorsteuergewinn von 141 Millionen und einem Nettogewinn von 29 Millionen Euro gerechnet. Auch bei den Erträgen übertraf die Deutsche Bank mit 6,4 (Vorjahr: 6,98) Milliarden Euro die Erwartungen.

          „Unsere vorläufigen Ergebnisse zeigen die Stärke unseres Kundengeschäfts“, sagte Konzernchef Christian Sewing zum Ergebnis. „Wir sind bei Krediten und Einlagen gewachsen, haben das verwaltete Vermögen wieder steigern können und unsere Marktanteile im Emissions- und Beratungsgeschäft verbessert.“ Mit Einsparungen habe die Bank niedrigere Erträge weitgehend ausgleichen können. „Wir sind auf einem sehr guten Weg, unser Kostenziel von 21,8 Milliarden Euro für das Jahr 2019 zu erreichen."

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