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Deutsche Bank : Strafrunde

Wegen des Dauerstreits mit Aktionären aus dem Umfeld des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch musste die Deutsche Bank jetzt eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Den beiden Chefs der Bank war das sichtlich unangenehm.

          Gelächelt haben weder Anshu Jain noch Jürgen Fitschen. Den Ko-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank war die außerordentliche Hauptversammlung (HV) unangenehm. Die Strafrunde war nötig, weil Aktionäre aus dem Umfeld des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch gegen Beschlüsse der HV 2012 geklagt hatten. Eine Aussprache über Boni, Rechtsrisiken und Strategie fand deshalb auch nicht statt; sie wird auf dem regulären Treffen am 23. Mai geführt werden.

          Dieses Mal waren Aktionärsvertreter angetreten, das Lager von Kirch - zu Recht - wegen des Missbrauchs von Aktionärsrechten zu kritisieren. Denn die Bank musste die Strafrunde drehen, um den Geschäftsbericht rechtzeitig vor der ordentlichen HV veröffentlichen zu können. Solche Veranstaltungen sorgen aber nicht für Transparenz, sie dienen allein dem Muskelspiel.

          Dass der Schuss gar nach hinten losgehen kann, war aus den Worten von Aufsichtsratschef Paul Achleitner abzuleiten: Nach seiner Ansicht muss der Gesetzgeber bei der Übertragung von Zustimmungsrechten in der Vorstandsvergütung auf die Aktionäre auch der Rechtssicherheit und Angemessenheit Rechnung tragen. Mehr Kontrolle durch die Eigentümer dürfte er damit nicht im Sinn haben.

           

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