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Wegen Bonus-Zahlungen : Deutsche Bank liefert sich Schlammschlacht mit Investmentbanker

  • -Aktualisiert am

Der Deutschen Bank droht Ungemach. Bild: dpa

Der ehemalige Investmentbank-Chef der Deutschen Bank, Colin Fan, ging im Streit. Nun fordert er wegen vorenthaltener Bonus-Zahlungen 13 Millionen Euro. Die Deutsche Bank holt damit ein dunkles Kapitel aus der Finanzkrise ein.

          Die Deutsche Bank steht vor einer juristischen Schlammschlacht mit dem ehemaligen Chef ihrer Investmentbanker: Colin Fan, Ende 2015 im Streit ausgeschieden, fordert 13 Millionen Euro von seinem ehemaligen Arbeitgeber. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf die Schriftsätze beider Parteien. Demnach will Fan auf dem Rechtsweg erstreiten, dass die Bank ihm bisher vorenthaltene Bonus-Zahlungen überweist. Der Konzern verweigert die Zahlung mit dem Argument, dass ihr ehemaliger Spitzenmann gegen diverse interne Regeln verstoßen habe.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mit dem Rechtsstreit holt die Deutsche Bank ein dunkles Kapitel aus der Finanzkrise ein, als dem Konzern vorgeworfen wurde, komplexe Papiere an ihre Kundschaft verkauft zu haben, während ihre eigenen Investmentbanker dagegen gewettet haben. Colin Fan, ein Star der Branche, war damals mittendrin, und hat sich auf eigene Rechnung an komplexen Transaktionen seiner Bank beteiligt - im „guten Glauben“, wie er jetzt in seinem juristischen Schriftsatz beteuert, und zum Nutzen des Konzerns, der zudem sein Verhalten gedeckt habe. Das bestreitet die Deutsche Bank vehement.

          In seinem Schreiben an die britische Justiz rechnet Colin Fan auf 43 Seiten hemmungslos ab mit seinem ehemaligen Arbeitgeber und den dort handelnden Personen. Bis hoch zum Vorstandsvorsitzenden John Cryan, wirft er ihnen ein falsches Spiel vor, und dass sie ihm Ruf wie Karriere verdorben haben. Allein dafür sei Schmerzensgeld fällig, argumentiert er, ganz zu schweigen davon, dass ihm der Konzern vertraglich zugesicherte Ansprüche schulde.

          Zuständig in dem Fall die britische Justiz. Fan hat die meiste Zeit in London gearbeitet, an der Seite von seinem Förderer Anshu Jain, dem Ko-Chef der Deutschen Bank, der Mitte 2015 nach einem Aufstand der Investoren den Konzern verlassen hat. Nur wenige Monate später trennte sich die Bank auch von Colin Fan, obwohl der im Sommer 2015 noch im Gespräch war, in den Vorstand befördert  zu werden.

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