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Rücktritt der Bankchefs : Neustart Deutsche Bank

  • -Aktualisiert am

Neue Perspektiven: Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt. Bild: Max Kesberger

Anshu Jain und Jürgen Fitschen haben versagt. Ihr Abgang ist erforderlich um der Deutschen Bank Rückenwind zu geben – für einen Neuanfang nach all den Skandalen.

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          Die Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, sind gescheitert. Genauer gesagt: Sie waren bereits gescheitert, bevor sie dem Aufsichtsrat ihren Rücktritt angeboten haben. Sie sind sogar schon vor der denkwürdigen Hauptversammlung der Bank Ende Mai gescheitert, auf der enttäuschte Investoren nur mit Mühe davon abgehalten werden konnten, der Geschäftsführung die Entlastung zu verweigern.

          Denn wie zu hören ist, sollen besonders einflussreiche Investoren am Tag vor dem Aktionärstreffen dem Präsidialausschuss des Aufsichtsrats die Zusage abgerungen haben, eine neue Spitze für die Deutsche Bank zu suchen.

          Dass der Nachfolger für den Investmentbanker Jain aus den Reihen des Aufsichtsrats selbst kommt, ist keine Überraschung. Schon vor einiger Zeit wurde John Cryan als Ersatz für Jain genannt. Schließlich sind nicht nur Hedgefonds in New York unzufrieden mit der Kursentwicklung der Aktie der Deutschen Bank. Wenn nun der Aufsichtsrat den neuen starken Mann als Aufräumer preist, muss er sich die Frage gefallen lassen, warum er zuvor den Anführer der Investmentbanker zum Aufräumer bestellt hatte.

          Reicher an Skandalerfahrung

          Heute sind alle um viele Skandalerfahrungen reicher. Aber die Deutsche Bank ist ebenfalls um viele Strafmilliarden ärmer. Da dürfen die Eigentümer die Frage nach der Verantwortung für den Zustand der Bank auch dem Aufsichtsrat stellen.

          So kopflos wie in diesen Tagen hat sich die größte deutsche Bank in ihrer langen und erfolgreichen Geschichte noch nie präsentiert. Die Reputation der für die deutsche Wirtschaft so wichtigen Bank ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Zwischen der Bank und der Bundesregierung ist es zu einer Entfremdung gekommen, so wie zwischen ihr und der Öffentlichkeit. Das ist auch für ein internationales Institut eine besorgniserregende Entwicklung, denn selbst die Deutsche Bank ist auf einen starken Heimatmarkt angewiesen.

          Es ist gut, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner jetzt klarstellt: „Der Sitz der Deutschen Bank ist und bleibt Frankfurt.“ An der nach einer langen, strittigen und öffentlichen Debatte beschlossenen künftigen Strategie der Deutschen Bank soll festgehalten werden. Im Interesse der Kunden und Mitarbeiter, aber auch der deutschen Wirtschaft und Politik ist der neuen Führung Erfolg zu wünschen.

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