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Deutsche Bank : Jains späte Reue

Anshu Jain, der obersten Investmentbanker der Deutschen Bank, hält einen Kulturwandel im Investmentbanking für erforderlich, um das Vertrauen der Kunden und der Gesellschaft wiederherzustellen. Um das zu erreichen, müssen die Banken ihren Eigenhandel vollständig aufgeben.

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          Die Investmentbanker der Deutschen Bank haben in den vergangenen Jahren reichlich Gründe geliefert, das Vertrauen der Kunden zu verspielen. Sie waren an den riskanten Verbriefungen amerikanischer Immobilienkredite beteiligt, die schließlich die erste Phase der Finanzkrise ausgelöst haben. Sie haben Kommunen und Mittelständlern unverständliche Zinsprodukte mit hohem Verlustrisiko verkauft. Und eine kleine Zahl war an den Manipulationen von Referenzzinsen wie etwa dem Libor beteiligt. Alle diese Vorfälle fielen in den Verantwortungsbereich von Anshu Jain. Oberster Investmentbanker der Deutschen Bank ist er immer noch und seit Anfang Juni zusammen mit Jürgen Fitschen zudem Co-Vorstandsvorsitzender.

          Nun packt Jain die Reue. Einen Kulturwandel im Investmentbanking hält er für erforderlich, um das Vertrauen der Kunden und der Gesellschaft in die Banken wiederherzustellen. Der Sündenfall der Banken ist der Eigenhandel und damit verbunden die Fixierung auf hohe Renditen und Boni. Kunden wurden Produkte verkauft, mit denen sie gegen die Bank wetteten. Um deren Vertrauen wieder zu gewinnen, müssen die Banken ihren Eigenhandel vollständig aufgeben.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

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