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Deutsche Bank : Ein besseres Signal

Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank haben viele Investoren Aufsichtsratschef Börsig vorgeworfen, bei der Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden versagt zu haben. Sie haben recht. Dass die Suche so holprig verlief, lag aber auch an der Eitelkeit Ackermanns.

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          Viele Aktionäre der Deutschen Bank weinen dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann eine Träne nach, auch wenn sich in seiner Ära der Börsenwert nahezu halbiert hat. Die Wehmut, dass nun auch der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Börsig geht, hält sich dagegen in Grenzen. Viele institutionelle Investoren warfen ihm auf der Hauptversammlung Versagen in der Suche nach einem Nachfolger Ackermanns vor. Sie haben recht, die Suche ist unglücklich verlaufen und hat dem Ansehen der Bank geschadet. Hier trägt der Aufsichtsrat die Verantwortung, und dafür hat er die gerechtfertigte Kritik erhalten.

          Dass die Suche so holprig verlief, lag aber auch an der Eitelkeit Ackermanns. Er musste seine Kandidatur für den Aufsichtsratsvorsitz zurückziehen, weil er das nötige Quorum der großen Investoren wohl verfehlt hätte. Denn der direkte Wechsel von der Vorstands- an die Aufsichtsratsspitze ist verpönt, weil er mit Interessenkonflikten verbunden ist. Ackermann von der Kritik auszusparen, aber dem ebenfalls scheidenden Börsig die Entlastung zu verweigern, wie es die Union Investment gefordert hat, erscheint wohlfeil. Für die Bank ist der personelle Neuanfang an der Spitze das bessere Signal.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

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