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Teures Extremwetter : Bahn kämpft gegen Klimawandel

  • Aktualisiert am

Die Bahn ist Deutschlands größter Stromverbraucher. Bild: dpa

Mehr als 100 Millionen Euro will die Bahn jährlich investieren – in Grünschnitt, Erdrutsch-Melder, Weichen-Heizung. Auch Treibhausgase sollen reduziert werden.

          Die Bahn will sich stärker gegen Hitzewellen, Starkregen und Kälte-Einbrüche wappnen. „Die Deutsche Bahn ist wie kein anderes Unternehmen von den Effekten des Klimawandels betroffen“, sagte Vorstandschef Richard Lutz an diesem Mittwoch in Berlin. Die Zahl der Extremwetterlagen werde sich auch in Deutschland erhöhen. Die Auswirkungen hat der Staatskonzern beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) untersuchen lassen.

          Allein die drei großen Stürme im vergangenen Jahr hätten die Bahn 70 bis 80 Millionen Euro gekostet. Das Unternehmen werde verstärkt Erdrutsch-Warnsysteme etwa an Bahndämmen oder in Weichen-Heizungen investieren, damit diese im Winter nicht einfrieren. Ausgebaut werden sollten zudem Kühlungen für Stellwerke und Fahrzeuge, um für Hitzewellen gerüstet zu sein.

          100 Millionen Euro für den Grünschnitt

          „Die Temperaturen werden Richtung 45 Grad marschieren“, sagte PIK-Chef Hans Joachim Schellnhuber. Es werde zudem auch sehr kalte Winter geben und stärker regnen. „Die Bahn wird in allen Bereichen vor großen Herausforderungen stehen.“ Gerade höhere Feuchtigkeit zusammen mit Stürmen macht der Bahn entlang der Trassen zu schaffen. Bäume und Sträucher wachsen schneller, der Boden ist weich und die Bäume stürzen auf die Gleise.

          Die Bahn will daher jetzt jedes Jahr 100 Millionen Euro in den Grünschnitt investieren und 150 neue Mitarbeiter dafür einstellen. Über Glasfaser-Kabel könnten zudem drohende Erdrutsche vorhergesehen werden.

          Sowohl Schellnhuber als auch Lutz betonten, die Bahn könne als umweltfreundliches Verkehrsmittel auch Teil der Lösung sein. Um die Treibhausgase zu reduzieren, müsse mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden. Die Bahn als größter Stromverbraucher Deutschlands will zudem bis 2030 rund 70 Prozent davon aus erneuerbaren Quellen beziehen.

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