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Autoindustrie in Amerika : Im Land der begrenzten Möglichkeiten

Made in America: Volkswagen-Mitarbeiter in Tennessee feiern im vergangenen Jahr die Neuauflage des sportlichen Geländewagens Atlas. Bild: AP

Der amerikanische Präsident hat der deutschen Autoindustrie mit Strafzöllen gedroht. Die blieben zwar aus. Aber das Vertrauen ist weg. BMW, Daimler & Co. fragen sich, was nach Donald Trump kommt.

          3 Min.

          Donald Trump war noch gar nicht richtig im Amt, da hatte er sogleich die deutsche Autoindustrie als Feindbild der amerikanischen Wirtschaft auserkoren. Im Januar 2017, wenige Tage vor seiner Amtseinführung, drohte der 45. Präsident der Vereinigten Staaten den deutschen Autoherstellern mit Strafzöllen.

          Martin Gropp
          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          In einem Interview kritisierte er die Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland als einseitig und wählte dabei die Autobranche als Beleg: „Wenn man durch die Fifth Avenue geht, hat jeder einen Mercedes-Benz vor seinem Haus stehen, stimmt’s? Tatsache ist, dass ihr den Vereinigten Staaten gegenüber sehr unfair wart.“ Nun sollten also die Deutschen „für jedes Auto, das in die Vereinigten Staaten kommt, 35 Prozent Steuern zahlen“, sagte Trump und empfahl insbesondere dem Münchner Autokonzern BMW, der gerade mit dem Bau einer Fabrik in Mexiko begonnen hatte, diese in den Vereinigten Staaten zu bauen.

          Knapp vier Jahre und etliche andere Feindbilder später ist die deutsche Autoindustrie weitgehend aus dem Visier von Trump verschwunden. In seinem Wahlkampf taucht sie jedenfalls nicht an vorderster Stelle auf. Die deutschen Hersteller haben in dieser Zeit ihre Kapazitäten jenseits des Atlantiks weiter ausgebaut, und zwar so, wie sie es von langer Hand geplant hatten. Daimler in Tuscaloosa, BMW in Spartanburg oder Volkswagen in Chattanooga setzten ihre angekündigten Standortinvestitionen unbeirrt um.

          Neues Freihandelsabkommen wirkt

          So hat BMW etwa eine Milliarde Euro in sein Werk im Bundesstaat South Carolina investiert, das mit einem Exportwert von rund 10 Milliarden Dollar als größter Exporteur unter den in Nordamerika produzierenden Autokonzernen gilt – noch vor den einheimischen Konkurrenten General Motors und Ford. Gleichzeitig baute BMW die von Trump kritisierte Fabrik im mexikanischen San Luis Potosí zu Ende, in der inzwischen Limousinen der Dreier-Reihe vom Band laufen. Von politischer Einflussnahme redet niemand. „Fakt ist, dass die maßgeblichen Entscheidungen vor der Ära Trump bereits gefällt waren. Das gilt für das Produktionsprogramm, für die Volumina und auch die neuen Modelle wie zum Beispiel der BMW X7, der seine Weltpremiere auf der IAA 2017 hatte“, sagt ein Unternehmenssprecher.

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          Einer Vorgabe der amerikanischen Regierung kamen die Deutschen nach. Die Trump-Administration hatte verlangt, dass mehr Automobil-Wertschöpfung in den Vereinigten Staaten stattfindet. 75 Prozent sollten es sein – so sieht es das unter Trump ausgehandelte nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA vor. Vor Trumps Amtsantritt betrug der in Amerika zu erzielende Wertschöpfungsanteil dagegen noch 62,5 Prozent. Zudem gibt es die Vorgabe, dass hohe Teile der Wertschöpfung in einem Umfeld stattfinden müssen, in dem die Arbeit mit 16 Dollar in der Stunde entlohnt wird. Für BMW war all das offenbar kein Problem, da das Unternehmen aus Kosten- und Effizienzgründen sowieso bevorzugt lokal einkauft. „Wir erfüllen die Local-Content-Auflagen“, sagt der Sprecher.

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