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Aus Fabriken in Amerika : China-Export deutscher Autohersteller eingebrochen

  • Aktualisiert am

Neuwagen von Mercedes-Benz und BMW stehen auf dem Autoterminal der BLG Logistics Group in Bremerhaven. Bild: dpa

Die Chinesen kaufen wegen des Handelsstreits mit Amerika weniger Autos. Das bekommen auch deutsche Hersteller zu spüren, die von dort aus exportieren. Sie setzen indes weiter auf den Diesel.

          Die deutsche Autoindustrie spürt in ihrem wichtigen China-Geschäft die Folgen des Handelskonfliktes zwischen Amerika und den Asiaten. „China legt aktuell eine Wachstumspause ein“, sagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, am Mittwoch in Berlin.

          Der Export deutscher Hersteller aus den Vereinigten Staaten nach China sei in den ersten zehn Monaten des Jahres um ein Drittel zurückgegangen. Der chinesische Gesamtmarkt werde 2018 um ein Prozent schrumpfen. Im nächsten Jahr werde es nur ein leichtes Wachstum um etwa zwei Prozent geben auf dann 24,4 Millionen Neuwagen. Der chinesische Markt ist der wichtigste für die deutsche Branche und wuchs in der Vergangenheit am schnellsten.

          In Deutschland werden in diesem Jahr weniger Autos verkauft als im Jahr 2017. Voraussichtlich rund 3,4 Millionen Neuzulassungen bis Jahresende entsprächen einen Minus von etwa einem Prozent, wie der VDA mitteilte. Präsident Mattes verwies darauf, dass das Vorjahr jedoch sehr stark gewesen sei. „Die Entwicklung des deutschen Pkw-Marktes 2018 ist erfreulich“, hob Mattes hervor. „Er hat sich allen Widrigkeiten zum Trotz als sehr robust erwiesen.“ Eigentlich hatte der Verband mit 3,5 Millionen Neuzulassungen gerechnet. Probleme machte in diesem Jahr ein neuer Abgasprüfstandard, der seit September gilt. Die Hersteller besaßen noch nicht für alle Modelle die Genehmigung und mussten ihre Produktion drosseln.

          Gespräche mit Amerika positiv

          Die deutschen Autobauer setzen trotz aller Debatten indes auf den Diesel. Für den Klimaschutz müsse der zuletzt stark gesunkene Diesel-Anteil an den Neuzulassungen wieder steigen, sagte Mattes. „Wir dürfen den Blick auf CO2 vor lauter Diskussionen über Stickstoffdioxid nicht verstellen.“ Die Zukunft des Autos sei zwar vor allem elektrisch. Aber Verbrenner würden noch lange gebraucht.

          Diesel-Antriebe stehen wegen des Ausstoßes von gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid seit Jahren in der Kritik, sie verbreiten aber weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) als Benziner. Damit müsse die Branche wieder stärker werben, sagte Mattes. In Westeuropa waren in den ersten neun Monaten 37 Prozent aller neu zugelassenen Autos Diesel. Zwei Drittel der Diesel, die im November in Deutschland neu zugelassen wurden, fallen laut VDA in die modernste Schadstoff-Norm Euro-6d-TEMP, die nach ersten Messungen weniger Stickstoffdioxid ausstoßen als frühere Modelle.

          Das Gespräch der Autokonzerne mit der amerikanischen Regierung inmitten des Handelskonflikts hat der VDA-Präsident als positiv bewertet. „Wenn man miteinander spricht, wenn man Konflikte hat, ist das ein gutes Zeichen“, sagte Mattes. Er habe mit den Spitzenvertreter von Daimler, BMW und VW nach deren Treffen im Weißen Haus mit Präsident Donald Trump gesprochen. Sie hätten von einer guten Atmosphäre berichtet. Mattes betonte aber, Zollfragen und Handelskonflikt seien nicht das Thema gewesen, sondern die Pläne der Unternehmen in Amerika. Die Lösung des Handelskonflikts sei Aufgabe der EU und der Vereinigten Staaten. „Wir hoffen, dass die Gespräche unter Einschluss der Automobilindustrie fortgesetzt werden.“

          Noch stärker als die Deutschen und die Chinesen halten sich indes derzeit die Briten im Jahr vor dem geplanten EU-Ausstieg beim Kauf neuer Autos zurück. In den ersten elf Monaten des Jahres 2018 fiel die Zahl der Neuzulassungen um 6,9 Prozent niedriger aus als im Vorjahreszeitraum, wie der Verband der Autohersteller und -händler (SMMT) am Mittwoch in London mitteilte. Gründe seien die schlechtere Konsumstimmung, strengere Abgasauflagen und die geringere Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen.

          Die Branche hofft darauf, durch einen geregelten EU-Austritt Großbritanniens größeren Schaden abzuwenden. „Es ist jetzt entscheidend, dass ein Brexit-Deal gesichert wird, um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken und dem Neuwagenmarkt neue Impulse zu geben, wenn wir ins neue Jahr gehen“, sagte SMMT-Chef Mike Hawes.

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