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Entwicklungsstandort Ungarn : Deutsche Autohersteller machen sich in Ungarn fit

Bald ist der Hungaroring nicht mehr der einzige Parcours in Ungarn, auf dem Unternehmen ihre Fahrzeuge testen können. Bild: dpa

Ungarn hat sich von der Werkbank zum Entwicklungsstandort gewandelt. Deutsche Unternehmen loben die Zuverlässigkeit. Ein neuer Meilenstein dieser Entwicklung wird eine Autoteststrecke.

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          Autoteststrecken leisten sich in Europa nur wenige Länder. Künftig gehört Ungarn als Pionier der Region dazu. Das kleine mitteleuropäische Land wird neben dem Hungaroring einen Parcours haben, auf dem die Mobilität der Zukunft geprüft werden kann. Nahe dem westungarischen Zalaegerszeg entsteht auf einer Fläche von 265 Hektar ein Testgelände für autonom fahrende Autos unter dem Namen Zala-Zone. Im Unterschied zu anderen Teststrecken wird hier auch dem autonomen Fahren viel Platz eingeräumt. Dies ist aus Sicht des Managers der staatlichen Projektgesellschaft, András Háry, eine wichtige Besonderheit.

          Michaela Seiser

          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Herzstück ist die Testbahn selbst mit ihrer nachgebauten Kleinstadt, der sogenannten „Smart City Zone“ mit allen stadttypischen Elementen wie Bushaltestellen, Kreisverkehren, Ampeln und Gebäudefassaden. Doch die Tests werden nicht nur hier ausgeführt, sondern beziehen auch Zalaegerszeg mit ein. Neben dem eigentlichen Parcours wurden auch Autobahnanbindungen erbaut, auf denen ebenfalls unterschiedliche Versuche durchgeführt werden. Die potentielle weitere Strecke zieht sich dann von Zalaegerszeg über Budapest, Győr, Szombathely und endet wieder am Ausgangspunkt. Sollte jemand die Autos auf internationaler Ebene testen wollen, ist auch dies möglich, so etwa auf der Autobahn von Zalaegerszeg über Graz bis ins slowenische Maribor.

          „Ungarn ist eine Nasenlänge voraus“

          Ziel der Anlage ist die Schaffung einer komplexen und einzigartigen Testumgebung für die vollständige Prüfung selbstfahrender und elektrisch angetriebener Fahrzeuge. Nicht nur die Fahrzeugindustrie soll nach den Vorstellungen der Ungarn davon profitieren. Auch Entwicklungen der Telekommunikation und der Infrastruktur lassen sich dort erproben. Ein wichtiger Aspekt ist die Entwicklung von verschiedenen Forschungslaboren. Zukünftig soll auf den Teststrecken auch ein IT-Netzwerk entwickelt werden, das Mobilfunk auf 5G-Niveau anbietet.

          Schlussendlich tragen solche Teststrecken zur Verbesserung der Fahrzeugsicherheit bei. Zudem könnten die Forschung und die Entwicklungstests mit dabei helfen, dass es zukünftig weniger Staus gibt und somit die Menschen rascher und bequemer ihr Ziel erreichen. Die Zala-Zone soll voraussichtlich bis Ende 2022 fertiggestellt werden. Nicht zuletzt dieses gigantische Projekt, an dem sich nach Vorstellungen der Regierung private Investoren beteiligen werden, macht den Standort zukunftsfit. „Ungarn ist eine Nasenlänge voraus“, sagt Dietmar Voggenreiter, Berater des Münchener Dienstleisters Horváth und Partner.

          Diese Infrastruktur mitsamt der Zala-Zone wird seiner Einschätzung nach andere Unternehmen anziehen, weil sie Testmöglichkeiten haben. „Zala-Zone ist ein Meilenstein. Das scheint mir einzigartig.“ Ungarn ist an vorderster Front für intelligente Mobilität. Ungarn hat als Erster der Region ein Konzept für E-Mobilität eingeführt, in dessen Rahmen direkte und indirekte Anreize zur Förderung der E-Mobilität geschaffen und mehr Ladestationen bereitgestellt wurden. Zudem wird Ungarn zum größten Traktionsbatterie-Hersteller Europas.

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