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Klaus Reinhardt : Deutsche Ärzteschaft hat einen neuen Präsidenten

  • -Aktualisiert am

Klaus Reinhardt nach seiner Wahl zum neuen Präsidenten der Bundesärztekammer am Donnerstag in Münster Bild: dpa

Klaus Reinhardt ist der neue Präsident der Bundesärztekammer. Mit einem denkbar knappen Ergebnis setzte sich der Allgemeinmediziner gegen eine Frau durch – die erste, die jemals kandidiert hatte.

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          Der 122. Deutsche Ärztetag hat am Donnerstag in Münster den 59 Jahre alten Allgemeinmediziner Klaus Reinhardt zum neuen Präsidenten der Bundesärztekammer gewählt. Reinhardt erhielt 124 Stimmen. Er setze sich damit im dritten Wahlgang knapp gegen seine schärfste Konkurrentin, Martina Wenker, durch, auf die 121 Stimmen entfielen. Reinhardt führt damit für die kommenden vier Jahre die wichtigste Standesorganisation der 400.000 berufstätigen deutschen Mediziner.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Knappe Wahlergebnisse haben Tradition bei den Ärzten: Mit einer Mehrheit von drei Stimmen hatte auch der nun scheidenden Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery im Jahr 2011 seine Wahl knapp gewonnen. Die diesjährige Wahl hatte allerdings eine besondere Brisanz. Denn mit Wenker kandidierte erstmals seit dem ersten Ärztetag im Jahre 1873 eine Frau. Die ebenfalls für den Spitzenjob angetreten Präsidenten der Landeärztekammer Bayern, Gerald Quitterer, und Berlin, Günther Jonitz, waren bereits in den ersten Wahlgängen ausgeschieden. Vor der Wahl hatten sich alle Kandidaten vor der wachsenden Beeinflussung der ärztlichen Arbeit durch die Politik verwahrt und eine Stärkung der ärztlichen Selbstverwaltung versprochen.

          Mit Reinhardt wird erstmals seit 40 Jahren ein Arzt an der Spitze deutschen Ärzteschaft stehen, der nicht aus dem Lager der Krankenhausärzte und der Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund stammt. Für viele niedergelassene Ärzte war das ein wichtiges Kriterium, es gab eine Art „Wechselstimmung“. Reinhardt stammt aus Bielefeld und praktiziert dort nach eigenen Angaben mehrmals in der Woche. Er ist Vorsitzender des Ärzteverbands Hartmannbund, war bereits im Vorstand der Bundesärztekammer und gehört der Landesärztekammer Westfalen-Lippe an. In der Bundesärztekammer hatte er sich in den vergangenen Jahren um die Reform der privatzärztlichen Gebührenordnung gekümmert.

          Die Bundesärztekammer koordiniert als Arbeitsgemeinschaft auf Bundesebene die Aktivitäten der 17 Landesärztekammern. Sie ist damit auch das oberste politische Vertretungsorgan für alle in Deutschland praktizierenden Ärzte. Jeder der knapp 400.000 berufstätigen von über 500.000 deutschen Ärzte ist in einer der Kammern Zwangsmitglied. Die Kammern regeln vor allem innerärztliche Themen wie die Weiterbildung oder die Gestaltung der ärztlichen Gebührenordnung. Zudem sind sie die wichtigsten Ansprechpartner der Politik für ethische für medizinethische Fragen, etwa wenn es um die Organspende oder den ärztlich begleiteten Suizid geht.

          In Fragen der Geldverteilung an die Kassenärzte spielen sie hingegen keine Rolle. Das schmälert ihre Bedeutung im Wettbewerb der ärztlichen Standesorganisation gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung auf der einen und der Krankenhausgesellschaft Marburger Bund auf der anderen Seite.

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