https://www.faz.net/-gqe-7r49v

Deutsch-französische Panzerschmiede : Bundesregierung begrüßt geplante Rüstungsfusion

  • Aktualisiert am

Kampfpanzer Leopard der Firma Krauss-Maffei-Wegmann Bild: dpa

Deutschlands Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann will mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter zusammengehen. Die Bundesregierung signalisiert Zustimmung. Doch aus der Union kommen Bedenken.

          2 Min.

          Aus der Bundesregierung wird vorsichtige Zustimmung zu dem geplanten Zusammengehen der Panzerschmieden Krauss-Maffei Wegmann und Nexter aus Frankreich laut: „Grundsätzlich ist eine europäische Kooperation in der Verteidigungsindustrie ein sinnvolles Projekt“, sagte ein Regierungsvertreter am Mittwoch. Allerdings würde sich Krauss-Maffei Wegmann seinen Worten zufolge im Fusionsfall nicht der restriktiven deutschen Rüstungsexportpolitik entziehen können.

          Die Eigentümer beider Rüstungsunternehmen hatten am Dienstag in Paris eine Grundsatzerklärung für einen Zusammenschluss bis 2015 unterzeichnet. Es wäre die größte Rüstungsfusionen in der jüngeren Vergangenheit. Durch den Zusammenschluss beider Unternehmen entstünde ein deutsch-französischer Rüstungskonzern mit mehr als 6000 Mitarbeitern. Der Pakt wäre eine industriepolitische Zäsur in der Rüstungsbranche, denn der Verbund soll den Nukleus für eine möglichst umfassende Konsolidierung der europäischen Panzerindustrie bilden.

          Beide Unternehmen sind etwa gleich groß. Der Panzer- und Munitionsproduzent Nexter gehört bisher komplett dem französischen Staat. Künftig sollen Frankreich und die bisherigen Krauss-Maffei Wegmann-Eigentümer jeweils die Hälfte an dem „Kant“ genannten neuen Unternehmen halten. Das Geschäft soll bis zum Frühjahr 2015 abgeschlossen sein. Krauss-Maffei Wegmann-Hauptanteilseigner sind bisher die Familie Bode-Wegmann und stille Teilhaber.

          CDU-Wirtschaftsrat: Gabriel treibt Rüstungsunternehmen ins Ausland

          Skeptisch wird das Vorhaben allerdings im CDU-Wirtschaftsrat gesehen: „Ich vermute, dass dieser Zusammenschluss, wenn er denn passiert, nur der erste Schritt sein wird von einer ganzen Reihe von anderen Schritten in der gleichen Industrie“, sagte der Präsident des Rates, Kurt Lauk, am Mittwoch in Berlin. Es drohten eine Abwanderung deutscher Rüstungsunternehmen ins Ausland und der Verlust von Arbeitsplätzen. Die Verantwortung dafür habe dann vor allem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

          „Wenn ich keine Rüstungsexporte mehr zulasse, brauche ich auch keine Rüstungsindustrie mehr“, sagte Lauk. „Gabriel hat ja ganz klar gesagt, so habe ich ihn verstanden: Wir wollen keine Rüstungsexporte mehr oder deutlich reduziert.“ Wenn man den Eindruck erwecke, diese Branche sei nicht mehr nötig, dürfe man sich nicht wundern, wenn sich die Firmen ins Ausland umorientieren. Eine solche Politik sei aber kurzsichtig, sagte Lauk. Wie schnell sich die Verhältnisse und der Bedarf an Waffen ändern könne, zeige die Ukraine-Krise.

          Die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Christine Lambrecht, sagte dagegen, Gabriel habe zu Recht angekündigt, dass es bei Rüstungsexporten künftig eine restriktivere Handhabung geben solle. Zur geplanten Rüstungsfusion sagte Lambrecht, es müsse bei Entscheidungen dieser Art stets mitberücksichtigt werden, inwieweit durch derlei Deals möglicherweise deutsche Restriktionen umgangen werden sollten.

          Weitere Themen

          Tesla feiert sein Überleben mit Rekordzahlen

          Elon Musk : Tesla feiert sein Überleben mit Rekordzahlen

          Elon Musk spricht vom Jahr des Durchbruchs für Tesla. Erstmals fährt der Elektroautokonzern mehr als eine Milliarde Dollar Quartalsgewinn ein. Musk erhält zur Belohnung Aktienoptionen im Wert von 176 Millionen Dollar.

          Topmeldungen

          Tesla-Chef Elon Musk

          Elon Musk : Tesla feiert sein Überleben mit Rekordzahlen

          Elon Musk spricht vom Jahr des Durchbruchs für Tesla. Erstmals fährt der Elektroautokonzern mehr als eine Milliarde Dollar Quartalsgewinn ein. Musk erhält zur Belohnung Aktienoptionen im Wert von 176 Millionen Dollar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.