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Nach abgesagtem Börsengang : Der Wework-Schock

  • -Aktualisiert am

Wework-Gründer Adam Neumann an der Nasdaq in New York im Januar 2018 Bild: AP

Der Börsengang von Wework ist krachend gescheitert. Das Unternehmen wirkte wie ein Selbstbedienungsladen des Gründers Neumann. Für Amerikas Start-up-Szene ist das ein herber Rückschlag, der aber heilsam sein kann.

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          Selten ist ein Unternehmen so schnell und brutal entzaubert worden wie Wework. Bis vor kurzem noch als einer der aussichtsreichsten Börsenkandidaten des Jahres gehandelt, steht der New Yorker Bürovermittler heute vor einem Scherbenhaufen. Der Börsengang ist abgeblasen, Mitgründer Adam Neumann wurde als Vorstandschef gestürzt. Er ist nun die Symbolfigur des Fiaskos. Auf einmal werden alle möglichen Extravaganzen ausgeplaudert, die er sich geleistet haben soll: seine Wutanfälle, wenn sein 140 Dollar teurer Lieblingstequila nicht bereitstand, sein Luxusbüro mit Sauna und Massagetisch oder sein Marihuanakonsum im schicken Firmenjet.

          Mit solchen Episoden lässt sich ein Narrativ stricken, wonach Weworks Fall auf den Größenwahn einer einzelnen Person zurückgeht und damit eine Ausnahmeerscheinung ist. Das jedoch greift viel zu kurz. Denn Investoren und Banken waren willige Komplizen, sie setzten Neumanns Hang zur Selbstüberhöhung zu wenig entgegen oder stachelten ihn sogar an. Zudem lassen sich Parallelen zwischen Wework und anderen Unternehmen wie dem Fahrdienst Uber ziehen, deren Weg an die Börse in diesem Jahr viel holpriger war als erhofft. Wework mag ein Extrembeispiel sein, hält aber dem Ökosystem rund um Start-up-Unternehmen den Spiegel vor.

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