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Jahrtausenddürre 1540 : Der schlimmste Sommer aller Zeiten

  • -Aktualisiert am

Schuldfrage: Das Verhältnis neuzeitlicher Chronisten zur Hexe und Hitze ist ambivalent. Bild: akg-images

Das Jahr 1540 brachte die Dürre des Jahrtausends – und den besten Wein aller Zeiten. Doch die Ernte war mager, Flüsse vertrockneten, das Vieh verreckte. Im August 2018 haben wir ähnliche Wetterlagen.

          9 Min.

          Heiß war es – und zwar derart, dass es so schien, als ob die Weltordnung dahinschmelze. In einem Geschichtsband, veröffentlicht im Jahr 1834, heißt es über den Jahrtausendsommer 1540: „Im Weltgebäude schien damals eine gänzliche Verrückung der Zonen vorgegangen zu seyn. Die sonst rauen Bezirke am Fichtelgebirge waren gedrückt von afrikanischer Hitze. Viele Monate fiel kein Regentropfen. Mit unerträglicher Glut spielte die Sonne am stets wolkenlosen Himmel. Die Bäume senkten ihr Laub matt und welk zur Erde. Gärten und Auen, verbrannt von der Sonnenhitze, gewährten einen widerlichen Anblick.“

          Meteorologen sprechen heute von blockierenden Hochdrucklagen. Die gibt es auch im August 2018 wieder, und dies schon seit März. Noch früher im Jahr hingegen, spätestens seit dem Februar 1540, hing zwischen Andalusien, Südengland, Dänemark und Tschechien jene warme, trockene Luft fest. Die brachte, gespeist von einem Azorenhoch, kaum Regen und Jahrhundertwärme. Am Ende starben daran vielleicht eine Millionen Menschen.

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