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Rundfunk-Kommentar : ARD auf Abwegen

Darf´s ein bisschen mehr sein? Wenn es nach ARD und ZDF geht, gilt das für den Rundfunkbeitrag immer. Bild: dpa

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland steht unter großem Druck. Mit dem manipulativen Framing-Gutachten löst er Empörung aus. Es wäre nötig, ihn auf seine Kernaufgaben zu beschränken.

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          Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland steht unter Druck. Teile des Publikums wenden sich ab, die Einschaltquoten sind über die Jahre stark gesunken. Und es gibt viel Kritik am System der Zwangsgebühren. Gut 8 Milliarden Euro Beiträge nimmt der öffentliche Rundfunk jedes Jahr ein, dennoch reicht den Sendern das nicht. Schon wird eine kräftige Erhöhung des Beitrags gefordert, der derzeit 17,50 Euro im Monat beträgt. Die Sender-Chefs hätten offenbar gerne eine Anhebung um 5 Prozent auf 18,35 Euro von 2021 an.

          Um der vielfältigen Kritik zu begegnen, hatte die ARD-Vorsitzende Karola Wille bei der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling ein Gutachten bestellt. Wehling forscht zu sogenannten „Frames“, das sind sprachliche Deutungsmuster. Um kritischen Frames zu begegnen, etwa dem „Staatsfunk“-Vorwurf, hat sie für die ARD einige neue Framing-Ideen entwickelt. Herausgekommen ist ein skandalöser Sprachmanipulationsleitfaden mit Propagandasätzen wie aus einem Orwell-Roman. Die öffentlich-rechtlichen Sender seien „Gemeinwohlmedien“, heißt es da. Privatwirtschaftliche Medien werden dagegen in vulgär-antikapitalistischer Weise als „Profitmedien“ oder gar „Medienheuschrecken“ diffamiert, die angeblich „Profitzensur“ betreiben.

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