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Wohnungsmarkt : Der Mangel an Sozialwohnungen ist nichts Schlimmes

Die Fassade eines Neubaublocks. Der Bestand an Sozialwohnungen in Deutschland schrumpft weiter. Bild: dpa

Es fehlt an Sozialwohnungen, sagen die Politiker. Dass es immer weniger gibt, stimmt zwar – doch ist das lange nicht so schlimm, wie alle sagen. Besser wäre Wohngeld für Bedürftige.

          Landauf, landab gibt es einen breiten Konsens in Bevölkerung und Politik: Es fehlt an Sozialwohnungen, und weil zu wenig gebaut werden, wird der Mangel immer größer. In der Tat schrumpft die Zahl der Sozialwohnungen ständig. Das liegt daran, dass die Sozialbindung der Wohnungen meist auf 30 Jahre begrenzt ist. Anschließend werden sie zum normalen Angebot auf dem Wohnungsmarkt.

          Da sie seit Jahrzehnten nicht in gleichem Maße ersetzt werden, nimmt ihre Zahl sozusagen automatisch ab. Ist das wirklich so schlimm, wie von allen Seiten behauptet wird? Daran darf man zweifeln. Nach seriösen Schätzungen werden Sozialwohnungen meist von den Falschen belegt, die vielleicht früher einmal bedürftig waren, längst aber die Einkommensgrenzen überschreiten.

          Sie rauszuwerfen, vielleicht sogar mit kleinen Kindern, traut sich kein Politiker. Ärgerlich ist auch, dass über den Zugang Behörden entscheiden – der gute Bekannte im Rathaus ist da gewiss kein Fehler. Zudem ist der soziale Wohnungsbau nicht nur ineffizient, sondern auch die teuerste Art der Förderung. Besser wäre es, den Bedürftigen Wohngeld in die Hand zu drücken – verbunden mit einem jährlichen Blick aufs Einkommen.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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