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Der Kommentar: Klimaschutz : Rückkehr zur Vernunft

Neue Regeln: Was aus dem Aufpuff kommen darf, wird nun auch für die Kleinlaster begrenzt Bild: dpa

Der Kompromiss über den Grenzwert für den Kohlendioxidausstoß von Kleinlastern zeigt: Die EU kann nicht mit immer härteren Selbstverpflichtungen voranpreschen. Am Ende bremst sie damit nur ihre Industrie aus - während der Klimawandel weitergeht.

          Allmählich kehrt auch die EU in der Klimaschutzdebatte zur Vernunft zurück. Den Eindruck vermittelt zumindest der Kompromiss, den Parlament und Staaten jetzt über den Grenzwert für den Kohlendioxidausstoß von Kleinlastern erzielt haben (siehe Kleinlastwagen: Deutschland akzeptiert Klimaschutz-Kompromiss).

          Bis 2020 soll der Ausstoß je Kilometer auf 147 Gramm sinken. Derzeit sind es 200 Gramm. Die Automobilindustrie wird sich zwar anstrengen müssen, doch im Gegensatz zum ursprünglichen Vorschlag der Kommission überfordert die Einigung die Branche nicht.

          Dennoch werden die Fahrer von VW Caddy, Ford Transit oder Mercedes Sprinter mehr für ihr Fahrzeug zahlen müssen, ein- bis zweitausend Euro dürften es schon sein. Dafür sparen sie allerdings Betriebskosten, da mit dem Ausstoß der Treibstoffverbrauch sinkt. Umweltminister Norbert Röttgen spricht deshalb mit einigem Recht von einem „richtig guten Kompromiss“.

          Die EU sollte auch künftig mehr Realitätssinn zeigen: In einer Welt, in der viele Staaten nicht zu vergleichbaren Klimaschutzschritten bereit sind, kann die EU nicht mit immer härteren Selbstverpflichtungen voranpreschen. Am Ende bremst sie damit nur ihre Industrie aus - während der Klimawandel weitergeht.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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