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Der IWF und Griechenland : Schuldenmärchen

  • -Aktualisiert am

Der Internationale Währungsfonds will eine Erleichterung für Griechenland. Die Frage, warum nach einem Schuldenschnitt andere Euro-Schuldensünder ihre Kredite noch bedienen sollen, stellt er nicht.

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          Der Internationale Währungsfonds erzählt gern, man müsste Griechenland nur die Schulden streichen – und alles wäre gut. Doch leider lehne der Finanzminister in Berlin einen Schuldenschnitt ab. Dieses Märchen würzt der IWF mit Zahlen: Die Staatsschulden in Höhe von 312 Milliarden Euro könne Hellas niemals zurückzahlen, denn das sei fast das Doppelte der Wirtschaftsleistung. Die Frage, warum nach einem Schnitt andere Euro-Schuldensünder ihre Kredite noch bedienen sollen, stellt der IWF nicht.

          Anders sieht die Rechnung für die verbliebenen privaten Gläubiger Athens aus, die natürlich nicht rasiert werden wollen. Sie blicken auf den Zeitwert der Kredite statt auf den Nennwert und kommen nur auf einen Schuldenstand von rund 71 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das ist der einzig richtige Blick, da die Eurozone Griechenland so stark subventioniert, dass kaum Zinsen anfallen und die Rückzahlung auf die ganz lange Bank geschoben ist. Aber ein möglichst hoher „offizieller“ Schuldenberg ist im Interesse Athens, weil sich dahinter das Versagen der Regierung verstecken lässt. Da kann der IWF leicht einen Schnitt fordern, der nicht für ihn gilt und für den andere zahlen sollen.

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