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Zölle auf Autos : Himmelfahrtskommando

Juncker und Trump haben sich schon mehrmals getroffen – zum Beispiel während des G20-Gipfels in Hamburg im vergangenen Jahr. Bild: Picture-Alliance

Jean-Claude Juncker will Donald Trump davon abbringen, die Zölle auf Autos zu erhöhen. Klug wäre es, auf den Präsidenten zuzugehen – und ihn beim Wort zu nehmen. Ein Kommentar

          Jean-Claude Juncker hätte sich seine Reise nach Washington sparen können. An diesem Mittwoch will der Kommissionspräsident dort Donald Trump davon abbringen, ausländische Autohersteller mit hohen Importzöllen zu überziehen.

          Doch Juncker reist mit leeren Händen an. Er will „entdramatisieren“ und für einen „offenen, konstruktiven Dialog“ eintreten. Glaubt irgendjemand, dass sich Trump davon beeindrucken lässt?

          Überraschen könnte Juncker den amerikanischen Präsidenten vielmehr, indem er dessen Finanzminister Mnuchin beim Wort nimmt. Der warb am Wochenende für ein weitreichendes Handelsabkommen. Die Europäer, die sich gerne als Freihändler gerieren, sollten diese vielleicht letzte Chance ergreifen und die Eskalationsspirale durchbrechen.

          Jetzt einen Schritt auf Trump zuzugehen wäre kein Zeichen der Schwäche, sondern klug und im eigenen Interesse. Ob der erratische Trump tatsächlich darauf eingehen würde, steht auf einem anderen Blatt. Erfahren werden wir das aber leider nie – denn die EU ist viel zu zerstritten und verliebt in die eigenen Pfründe, die zum Beispiel die heimischen Landwirte vor Wettbewerbern schützen. Sie wird einen solchen Schritt nicht wagen.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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