https://www.faz.net/-gqe-9v82a

Vor der Präsidentschaftswahl : Wie Taiwan vom Handelsstreit profitiert

Winken und lächeln: Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen (links in ihrem Kampagnenfahrzeug) grüßt Fähnchen schwenkende Anhänger. Bild: Reuters

Durch den Konflikt seiner größten Handelspartner, Amerika und China, fallen Taiwan die Gewinne zu: Doch kurz vor der Präsidentschaftswahl wächst die Sorge darum, mit welchen Mitteln China versucht, die Wahl zu beeinflussen.

          4 Min.

          Wie ein Oberlehrer hebt Ministerpräsident Su Tseng-chang den Zeigestock und weist hinter sich, auf eine Tabelle auf einem riesigen Bildschirm. Um 2,99 Prozent sei die Wirtschaft Taiwans im vergangenen Jahr gewachsen. Taiwan sei der Spitzenreiter unter den vier asiatischen Tigerstaaten. Südkorea mit 2 Prozent, Singapur mit 0,5 und Hongkong mit minus 2,9 Prozent sind abgeschlagen. Der Beifall der weit mehr als zehntausend Besucher der Wahlveranstaltung in Taoyuan bleibt verhalten und wird von ohrenbetäubendem Musiklärm aus gewaltigen Lautsprechern übertönt.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Doch auch Präsidentin Tsai Ing-wen, die am Samstag zur Wiederwahl steht, zieht in Taoyuan den Vergleich mit den anderen Tigerstaaten. Das ist ein wenig zu schmeichelhaft. In ihren ersten drei Amtsjahren war Taiwan immer das Schlusslicht der asiatischen Tiger. Und das Einkommen je Kopf liegt niedriger und wächst langsamer als in den drei anderen Ländern. Egal, im Schlussspurt des Wahlkampfes betont die regierende Demokratisch Progressive Partei (DPP) Tsais jeden möglichen wirtschaftlichen Erfolg. Das zielt gegen den wichtigsten Herausforderer Han Kuo-yu von der Kuomintang.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die Intensivstation der Universitätsklinik Frankfurt mit Coronapatienten im April 2020

          Anhaltend hohe Todeszahlen : Wer jetzt noch an Corona stirbt

          Noch verzeichnet Deutschland jede Woche mehr als tausend Covid-Todesfälle. Viele sterben weder im Altenheim noch auf der Intensivstation. Doch wo dann? Die Suche nach der Antwort ist kompliziert.
          Amazon-Mitarbeiter demonstrieren vor der Zentrale des Unternehmens in Seattle, Washington.

          Krisenbewältigung : Die Jünger des Verzichts und ihre falschen Träume

          Menschen glauben, mit Verhaltensänderungen den Unterschied machen zu können. Doch die Vergangenheit zeigt etwas anderes: Die großen Krisen unserer Zeit haben wir mit Innovationen bewältigt.