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Kurverluste für VW und Daimler : Verhängt Trump schon nächste Woche Autozölle?

  • Aktualisiert am

Neuwagen von BMW stehen in Bremerhaven zum Export per Schiff bereit. Bild: dpa

Lange war es ruhig im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. Nun kommt das brisanteste Thema womöglich wieder auf die Agenda – und eine konkrete Zahl macht die Runde.

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          Mögliche Autozölle sind das brisanteste Thema im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Nachdem im Sommer EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und der amerikanische Präsident den Streit zumindest vorübergehend beilegten, steht es nun offenbar wieder oben auf der Agenda Washingtons.

          Schon in der kommenden Woche könnte Trump Zölle auf eingeführte Autos verhängen. „Der Untersuchungsbericht des Handelsministeriums liegt auf dem Tisch des Präsidenten“, berichtet die „Wirtschaftswoche“ und beruft sich auf EU-Kreise: „Trump wird die Zölle womöglich schon kommende Woche nach dem G20 Treffen in Buenos Aires beschließen.“

          Der Bericht empfehle 25 Prozent hohe Zölle auf Autoimporte aus allen Ländern außer Kanada und Mexiko. Ausnahmen für bestimmte Pkw-Typen werde es nicht geben. „Der Bericht empfiehlt so breit angelegte Maßnahmen wie nur möglich.“

          Der Aktienkurse deutscher Hersteller reagierten deutlich. Anteile an Volkswagen verbilligten sich um 4,5 Prozent, an dem Zulieferer Continental um 3,5 Prozent und an Daimler um 3 Prozent infolge der Nachricht.

          Im Juli hatte Trump zugesagt, keine Zölle zu verhängen, so lange die Vereinigten Staaten und die EU über ein Freihandelsabkommen verhandelten. Nachdem sich die amerikanische Regierung und auch der Präsident selbst zuletzt vor allem auf die eskalierende Auseinandersetzung mit China konzentrierten, geriet der Streit mit Europa aus dem Fokus, zumindest öffentlich.

          Gerade erst warnte indes der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman zumal Deutschland davor, sich in Sicherheit zu wiegen. „Zunächst einmal würde ich nicht annehmen, dass Europa davor permanent sicher ist“, sagte er in einem Interview mit FAZ.NET: „Und insbesondere Deutschland nicht, das hohe Handelsüberschüsse insgesamt erzielt und sehr hohe bilaterale Überschüsse gegenüber den Vereinigten Staaten. Wir können das für eine schwache Rechtfertigung halten für politisches Vorgehen, aber die Leute, mit denen Trump spricht, sagen ihm etwas anderes.“

          Von der EU-Kommission und dem Weißen Haus war unmittelbar keine Stellungnahme zu erhalten.

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