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Trump zieht Bilanz : Treffen mit Putin besser als der Nato-Gipfel

  • Aktualisiert am

Nahm den Ball des russischen Präsidenten Wladimir Putin gerne auf: Donald Trump Bild: AFP

Donald Trump hat seine Europareise als Erfolg verkauft. Das Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin sei dabei sogar noch besser gelaufen als der Nato-Gipfel. Wegen möglicher Zölle auf Autos aus der EU soll es zu einem Treffen mit Juncker kommen.

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          Donald Trump hat sich lobend über den Gipfel mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin geäußert. In einem Tweet sagte er, dass dieses noch besser gelaufen sei als das Treffen mit der Nato. „Sie haben 33 Milliarden Dollar mehr gezahlt und werden in Zukunft noch Hunderte Milliarden Dollar mehr zahlen, und zwar nur wegen mir“, schrieb Trump über die Nato. Obwohl das Treffen mit Putin in seinen Augen „sogar noch besser“ gewesen sei, wurde dies nicht so berichtet, beklagte der amerikanische Präsident. „Die Fake News drehen durch“, schrieb Trump, der parteiübergreifend wegen seiner Äußerungen nach dem Gipfel mit Putin scharf kritisiert wird. Wie so häufig nutzt er dabei diese Behauptung zu seiner Verteidigung. 

          Besonders treffen dürfte den amerikanischen Präsidenten dabei die Kritik aus der eigenen Partei. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten von Amerika, Paul Ryan, erneuerte seine Vorwürfe gegen Russland in Washington. „Lassen Sie uns sehr deutlich sein, damit es jeder weiß: Russland hat sich in unsere Wahlen eingemischt“, sagte Ryan vor Journalisten. „Nicht nur hat sich Russland in unsere Wahlen eingemischt, sie machen das überall auf der Welt.“ Er fügte hinzu: „Russland versucht, die Demokratie an sich zu untergraben.“

          Derweil reist der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, am 25. Juli zu Handelsgesprächen mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump nach Washington. Juncker und Trump würden bei dem Treffen am Mittwoch kommender Woche über eine Verbesserung der transatlantischen Handelsbeziehungen und eine „stärkere Wirtschaftspartnerschaft“ verhandeln, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Die Vereinigten Staaten hatten zuletzt Zölle auf Stahl und Aluminium aus Europa erhoben, die EU reagierte mit Gegenzöllen.

          Mit dem Besuch will Juncker verhindern, dass Trump seine Drohung wahr macht und Importzölle auf Autos aus der EU verhängt – er droht mit bis zu 25 Prozent. Auch andere Länder sind von Amerikas Strafabgaben auf Stahl und Aluminium betroffen. Brüssel reagierte mit Vergeltungszöllen auf amerikanische Waren wie Erdnussbutter, Orangensaft und Harley-Davidson-Motorräder.

          Dieses Treffen endete mit einem Eklat: Trump und Juncker beim G7-Gipfel in Kanada. Neben ihnen geht Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (links).
          Dieses Treffen endete mit einem Eklat: Trump und Juncker beim G7-Gipfel in Kanada. Neben ihnen geht Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (links). : Bild: Reuters

          In den letzten Monaten hatten verschiedene europäische Politiker den Versuch unternommen, Präsident Trump in Einzelgesprächen von einer anderen Handelspolitik zu überzeugen. Bislang fruchtete keiner dieser Versuche. Trumps Alleingang in Handelsfragen bringt indes den Rest der Welt enger zusammen. So schlossen die EU und Japan am Dienstag das größte bilaterale Handelsabkommen der Welt.

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          Handelsstreit : Auge um Auge, Zoll um Zoll Bild: F.A.Z.

          Zum letzten Mal haben sich Trump und Juncker auf dem G-7-Gipfel im Juni in Kanada gesehen. Dieses Treffen endete mit einem Eklat, als Trump nach seiner Abreise per Tweet aus dem Flugzeug seine Zustimmung zur Abschlusserklärung zurückzog. Er hatte sich von einer Aussage des kanadischen Premierministers Justin Trudeau beleidigt gefühlt.

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