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Trump wettert gegen Harley : Fahren Amerikas Biker bald Kawasaki?

  • Aktualisiert am

Von der Bewunderung des Präsidenten für Harley-Davidson ist dieser tage nicht mehr viel geblieben. Bild: dpa

Weil Harley-Davidson in der EU Strafzölle drohen, will der Motorradbauer Teile seiner Produktion ins Ausland verlegen. Donald Trump hofft nun auf Hilfe aus Fernost.

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          Nach der Entscheidung von Harley-Davidson zur Verlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland will die amerikanische Regierung andere Hersteller ins Land holen. „Meine Regierung arbeitet mit anderen Motorrad-Firmen zusammen, die in die Vereinigten Staaten umsiedeln wollen“, schrieb Präsident Donald Trump am Dienstag auf Twitter. In dem Tweet schien Trump die Ankündigung von Harley vom Juni mit Geschäftszahlen des vergangenen Jahres in Verbindung zu bringen. Die Harley-Kunden seien über den Umzug nicht glücklich, schrieb er: „Die Verkäufe liegen 2017 sieben Prozent tiefer.“ Trumps Beraterin Kellyanne Conway lehnte wie das Unternehmen einen Kommentar ab.

          Auch wenn Trump nicht explizit verriet, mit welchen Motorradherstellern er die Zusammenarbeit vertiefen wolle, wird sich der Blick des Präsidenten in dieser Frage wohl nach Japan richten. Mit Honda, Yamaha und Kawasaki stammen gleich drei Mitbewerber des bei Trump in Ungnade gefallenen Harley-Davidson-Konzerns von dort.

          Der größte Harley-Konkurrent in Amerika kündigte derweil an, möglicherweise Teile seiner Produktion ebenfalls ins Ausland zu verlegen. Wie eine Sprecherin des Motorradbauers Polaris Industries in der vergangenen Woche gegenüber der „Associated Press“ sagte, könnten Motorräder der Marke „Indian“, statt wie bisher in Iowa, künftig in Polen produziert werden, um EU-Zölle zu vermeiden.

          Harley-Davidson hatte angekündigt, wegen der EU-Zölle im Handelsstreit zwischen Europa und Amerika die Produktion für den europäischen Markt ins Ausland zu verlagern. Durch die Zölle entstünden dem Konzern einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ zufolge Mehrkosten in Höhe von mehr als 85 Millionen Euro (100 Millionen Dollar). Die Fertigung für die Vereinigten Staaten soll jedoch weiter in der Heimat bleiben.

          Nachdem Trump Harley-Davidson im vergangenen Jahr noch als “eine wahre amerikanische Ikone“ bezeichnet hatte, reagierte der Präsident nun mit Empörung auf die Ankündigung und drohte höhere Steuern an. Bereits im Mai 2017 hatte Harley-Davidson die Errichtung eines Werkes in Thailand angekündigt. Die dort gebauten Motorräder sind allerdings für die Region gedacht. Der Konzern leidet in Amerika unter einem harten Preiskampf und einer alternden Stammkundschaft und versucht daher, sein Geschäft im Ausland zu stärken.

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