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Telefonat der Regierungschefs : Trump und Merkel wollen den Handel vertiefen

  • Aktualisiert am

Merkel und Trump während des Nato-Gipfels im Mai des vergangenen Jahres Bild: dpa

Erst drohte Trump und führte neue Zölle ein. Nun soll alles schnell gehen – auch im Handelsstreit mit den Europäern.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel und der amerikanische Präsident Donald Trump haben sich nach Angaben aus Washington in einem Telefonat dafür ausgesprochen, den Handelsstreit zu entschärfen. Die beiden Regierungschefs hätten erklärt, sie unterstützten laufende Gespräche zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten darüber, Hindernisse abzubauen und die Handelsbeziehung zu vertiefen, teilte das amerikanische Präsidialamt in der Nacht zu Dienstag mit.

          Bereits am Wochenende deutete sich an, dass gerade die amerikanische Führung daran interessiert scheint, schneller in den Gesprächen mit der EU voranzukommen. Die deutsche Botschafterin in Washington, Emily Haber, sagte, dass eine nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Jean-Claude Juncker im vorigen Monat gebildete Arbeitsgruppe in der vergangenen Woche das erste Mal zusammengekommen sei.

          Merkel und Trump sprachen auch über Syrien

          Die amerikanischen Vertreter bestünden auf „sehr raschen Ergebnissen“. Eine Vereinbarung müsse deutlich vor den Europawahlen im Mai 2019 erzielt werden – im Blick haben der amerikanische Präsident und seine Berater nach einhelliger Auffassung aber auch die noch in diesem Jahr anstehenden wichtigen Zwischenwahlen, in denen sich entscheidet, ob die Republikaner ihre Mehrheit in beiden Kammern des amerikanischen Kongresses behalten werden.

          Trump und Juncker hatten sich Ende Juli überraschend darauf geeinigt, konkrete Gespräche über einen Abbau von Handelsbarrieren aufzunehmen. Die Europäer sollen sich außerdem verpflichten, mehr Soja und Flüssiggas aus Amerika zu importieren. Zusätzliche Autozölle sind vorerst wohl vom Tisch. Eine Sprecherin der EU-Kommission wollte zu dem Treffen der europäisch-amerikanischen Arbeitsgruppe keine Einzelheiten nennen. Stefan Mair, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des deutschen Industrieverbands BDI, sagte, dass man während des Treffens auch mit Blick auf den Zeitplan vorangekommen sei. Ein amerikanischer Vertreter bestätigte, dass die Regierung in Washington darum gebeten habe, die Verhandlungen deutlich schneller voranzubringen.

          Merkels Sprecher Steffen Seibert wiederum hatte zu dem Telefonat zwischen der Kanzlerin und dem amerikanischen Präsidenten erklärt, im Mittelpunkt aktuelle internationale Herausforderungen sowie Handelsfragen gestanden. Beide Politiker teilen demnach die Sorge um die Entwicklungen in Syrien, insbesondere um die humanitäre Lage in der Region Idlib. Russland wurde dazu aufgerufen, „mäßigend auf das syrische Regime einzuwirken und eine weitere Eskalation zu verhindern“. Die Lage in der Ukraine sowie im westlichen Balkan seien weitere Themen des Gesprächs gewesen.

          Der syrische Machthaber Baschar al Assad bereitet nach Einschätzung von Beobachtergruppen derzeit eine Offensive gegen die Region Idlib vor, das letzte größere von Rebellen gehaltene Gebiet in Syrien. In die Provinz im Nordwesten des Landes waren Hunderttausende Regimegegner und Extremisten nach ihrer militärischen Niederlage aus anderen Rebellengebieten Syriens gebracht worden. Nach mehr als sieben Jahren Bürgerkrieg kontrollieren Truppen Assads dank russischer und iranischer Unterstützung die anderen Landesteile wieder weitestgehend.

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