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Trump in Japan : Erstmal eine Runde Golf

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Der amerikanische Präsident Donald Trump und Japans Premierminister Shinzu Abe beim Golfspielen Bild: kantei

Der amerikanische Präsident Donald Trump ist zu Gast bei Japans Premierminister Shinzu Abe. Die beiden wollen über ein Handelsabkommen sprechen – zuvor ging es aber auf den Golfplatz.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump ist für einen viertägigen Staatsbesuch in Japan. Dabei soll es eigentlich um die angespannten Handelsbeziehungen der beiden Länder und eine umfassende neue Handelsvereinbarung gehen – doch ein bisschen Spaß muss freilich auch sein. Diesen findet Trump bekanntlich insbesondere im Golfspielen. Am Sonntag traf Trump denn auch per Hubschrauber auf dem Golfplatz des Mobara County Club in der Nähe von Tokio ein und wurde dort von Japans Premierminister Shinzu Abe höchstpersönlich im Golfcart abgeholt. Auf Twitter dokumentierte Trump die Golfpartie mit vier Fotos und den Worten: „Großartiger Morgen mit Golf mit Premierminister Shinzu Abe im Mobara Country Club in Chiba, Japan!“. 

          Dem amerikanischen Präsidenten und dem rechtskonservativen japanischen Premier wird eine gute persönliche Beziehung nachgesagt, nicht nur wegen des gemeinsamen Hobbies Golf. Abe ließ am Samstagabend zu Ehren Trumps den Skytree – einen Turm, der zum inoffiziellen Wahrzeichen Tokios geworden ist – in den Farben der Vereinigten Staaten illuminieren.

          Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) besuchten die beiden gemeinsam mit ihren Ehefrauen eine Kampfveranstaltung im traditionellen Sumo-Ringen in Tokio. Dem Sieger des ersten Turniers in der Regentschaft des neuen Kaisers Naruhito überreichte Trump einen eigens gefertigten, rund 30 Kilogramm schweren Pokal, den „Presidents Cup“. Am Montag steht eine Begegnung mit Kaiser Naruhito auf dem Programm der Staatsgäste aus Washington. 

          Dass Japan dem amerikanischen Präsidenten seit seiner Ankunft am Samstag sprichwörtlich den Roten Teppich ausrollt liegt indes nicht nur an der freundschaftlichen Beziehung der beiden Politiker. Für die Japaner geht es in diesen Wochen um viel: Sie wollen unbedingt vermeiden, dass die Vereinigten Sonderzölle auf die Einfuhr japanischer Autos verhängen.

          Trump überreicht einem Sumoringer den „President’s Cup“.

          Zum Auftakt seines Besuchs hatte Trump am Samstag fairere Handelsbeziehungen gefordert. Japan habe jahrelang einen „substanziellen Vorteil“ genossen, sagte Trump vor Managern in Tokio. Nach dem Abschluss eines Handelsabkommens würden die Handelsbeziehungen „ein bisschen fairer“.

          Amerika und Japan hatten sich im September auf Verhandlungen über eine Neuordnung der Handelsbeziehungen geeinigt. Der amerikanische Präsident hatte wiederholt das „sehr große Defizit“ seines Landes im Handel mit Japan angeprangert. Trumps Androhung von Strafzöllen auf Auto-Importe, die auch japanische Hersteller treffen würden, belasten die eigentlich engen Beziehungen der beiden Länder.

          Pärchen-Dinner: Die Eheleute Trump essen mit Premierminister Shinzu Abe und seiner Frau in Tokio zu Abend.

          Eine umfassende Handelsvereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und Japan wird nach Darstellung von Trump in den nächsten Wochen jedoch nicht zustande kommen. „Vieles wird bis nach ihren Juli-Wahlen warten, wo ich große Zahlen erwarte“, schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. Im Juli wird in Japan ein Teil des Parlaments neu gewählt. „In unseren Handelsgesprächen mit Japan sind große Fortschritte erzielt worden“, schrieb Trump. Er nannte Agrarprodukte und Rindfleisch, über die gesprochen werde. Zu Rindfleisch-Exporten aus Amerika nach Japan hatte es allerdings schon vor Tagen eine Einigung gegeben.

          Beobachter vermuten, dass Ministerpräsident Shinzo Abe mit seinem Rahmenprogramm während des Trump-Besuchs die besondere Beziehung Japans zu den Vereinigten unterstreichen will, obwohl es wie viele andere Länder auch mit Washington in Handelsstreitigkeiten verwickelt ist. 

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