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Ärger mit Kult-Motorradmarke : Trump droht Harley-Davidson mit Rache

  • Aktualisiert am

Donald Trump Bild: AFP

„Harley-Davidson sollte zu 100 Prozent in Amerika bleiben“, findet Donald Trump. Nun spricht der amerikanische Präsident eine Drohung aus.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat den amerikanischen Motorradhersteller Harley-Davidson abermals für dessen Entscheidung kritisiert, Teile der Produktion von den Vereinigten Staaten ins Ausland zu verlegen. „Ich habe so viel für euch getan, und dann das. (...) Wir werden das nicht vergessen, genauso wie eure Kunden und eure jetzt sehr GLÜCKLICHEN Wettbewerber!“, schrieb Trump auf Twitter.

          Die Europäische Union hatte Vergeltungszölle im Umfang von 2,8 Milliarden Euro auf amerikanische Produkte verhängt, weil die Vereinigten Staaten ihrerseits die Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium erhöht hatten. Auf Harley-Davidson-Maschinen, die bis zu 43.000 Euro kosten, muss nun ein Zoll von 31 Prozent gezahlt werden, 25 Prozentpunkte mehr als vorher. Das mache ein solches Motorrad in Europa im Schnitt um 2200 Dollar teurer, teilte Harley-Davidson am Montag mit. Die EU will mit der Maßnahme insbesondere den Bundesstaat Wisconsin treffen, die Heimat des republikanischen Repräsentantenhaus-Sprechers Paul Ryan.

          „Harley-Davidson sollte zu 100 Prozent in Amerika bleiben, mit den Leuten, die euch den Erfolg gebracht haben“, schrieb Trump weiter. „Andere Unternehmen kommen dahin zurück, wo sie hingehören.“

          Keine zwei Wochen nach Amtsantritt hatte Donald Trump den Harley-Chef Matt Levatich zum Dinner empfangen. Damals hatte er den Konzern als „wahre amerikanische Ikone“ und „einer der Größten“ gehuldigt. Auch von der Trump'schen Steuerreform profitierte das Unternehmen. Der Präsident seinerseits versuchte mit seiner „America-First“-Politik, Unternehmen zu Investitionen in den Vereinigten Staaten zu animieren.

          Schon am Dienstag hatte Trump dem Unternehmen gedroht. „Eine Harley-Davidson sollte nie in einem anderen Land gebaut werden – niemals!“, schrieb er auf Twitter. „Die Angestellten und Kunden sind jetzt schon sehr sauer auf sie. Falls sie umziehen, passt auf, es wird der Anfang vom Ende sein.“

          Harley-Davidson betreibt neben der Zentrale in Milwaukee weitere Werke in Wisconsin sowie in Pennsylvania. Insgesamt beschäftigt es mehr als 6000 Mitarbeiter auf der Welt.

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