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Trump vermutet Manipulation : Kommt jetzt der Währungskrieg?

  • Aktualisiert am

Frisch gedruckte 20-Dollar-Scheine. Bild: AFP

Der amerikanische Präsident wird nicht müde, die EU und China zu kritisieren. Jetzt wirft er ihnen Währungsmanipulation vor – und die Angst vor einem weiteren Brandherd im Handelsstreit wächst.

          3 Min.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump heizt die Handelskonflikte mit der EU und China weiter an. Er warf sowohl der Europäischen Union als auch der Volksrepublik am Freitag vor, sich mit „illegaler Währungsmanipulation“ Vorteile zu verschaffen. An der Wall Street wächst die Angst vor einer neuen Front im Handelsstreit. 

          „China, die EU und andere manipulieren ihre Währungen und Zinsen nach unten“, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Wie üblich“ habe es sein Land mit „ungleichen Wettbewerbsbedingungen“ zu tun. Hintergrund der Attacke sind unter anderem die Entwicklung des Yuan und Euro. Die chinesische Währung war vor kurzem auf ihren niedrigsten Wert seit einem Jahr gesunken. Auch der Euro verlor in den vergangenen Monaten stark an Wert. Im April stand er bei 1,23 Dollar, inzwischen liegt er unter 1,17 Dollar. Ein niedriger Währungswert ist für die Exporteure des jeweiligen Landes günstig, weil dies den Preis ihrer Waren auf dem Weltmarkt senkt.

          Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin richtete wegen der jüngsten Schwäche der chinesischen Landeswährung Yuan nun eine neue Warnung an die Regierung in Peking. Amerika würden die Lage sehr genau auf Anzeichen für eine Manipulation der Währung beobachten, sagte Mnuchin am Freitag bei einem Besuch im brasilianischen Sao Paulo. Der nächste halbjährliche Währungsbericht der Vereinigten Staaten werde am 15. Oktober veröffentlicht. Darin würden die Entwicklungen der ersten sechs Monate 2018 festgehalten. Im Rahmen dieses Berichts würde die
          Yuan-Abwertung untersucht. Es stehe außer Frage, dass die Abschwächung der Währung einen unfairen Vorteil im Welthandel für China darstelle. „Wir werden sehr sorgfältig prüfen, ob sie die Währung manipuliert haben", sagte Mnuchin.

          Kritik an der eigenen Notenbank

          An der Wall Street beobachten Analysten diese neuen Entwicklung mit großer Sorge. Sollten die beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt im Handelsstreit eine neue Front eröffnen, könnte das weitreichende Konsequenzen mit sich bringen, die weit über die amerikanische und die chinesische Wirtschaft hinaus Wellen schlagen würden. „Das große Risiko ist, dass sich globale Handels- und Währungsbeziehungen auflösen, und das wäre fatal“, sagte ein renommierter Währungsstratege der Wall Street, Jens Nordvig dem Nachrichtendienst Bloomberg. Trumps jüngste Rhetorik verlagere die Auseinandersetzung von einem Handelskrieg hin zu einem Währungskrieg. 

          Die Schock-Entwertung des Yuan im Jahr 2015 sei ein gutes Beispiel dafür, welche Kollateralschäden ein solcher Krieg verursachen könnte, sagte Robin Brooks, Chefökonom des „Institute of International Finance“ und ehemaliger Chef-Währungsstratege von Goldman Sachs. Risikoanleihen und Ölpreis würden ins Wanken geraten, was die Währungen einiger Länder besonders hart treffen würde – etwa den russischen Rubel, den kolumbianischen Peso und den malaysischen Ringgit – bevor das gesamte asiatische Währungssystem einbrechen würde. 

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