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Handelsstreit : China bezichtigt Amerika der Erpressung – und droht zurück

  • Aktualisiert am

Ein Containerschiff aus China im Hafen von Oakland. Bild: Reuters

Der Handelskonflikt zwischen Amerika und China verschärft sich. Donald Trump kündigt weitere Strafzölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar an. Die Antwort aus Peking folgt prompt – und fällt eindeutig aus.

          China hat die jüngsten von Amerikas Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle auf chinesische Waren als „Erpressung“ bezeichnet. Das amerikanische Vorgehen von „extremem Druck und Erpressung“ weiche von dem Konsens ab, den beide Seiten in mehreren Verhandlungsrunden erzielt hätten, hieß es am Dienstag in einer Erklärung auf der Internetseite des chinesischen Handelsministeriums. Das Vorgehen habe überdies die internationale Gemeinschaft „tief enttäuscht“. Sollten die Vereinigten Staaten die Pläne umsetzen, bleibe China keine Wahl, als entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

          Zuvor hatte Donald Trump China mit weiteren Strafzöllen auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar (172,3 Mrd. Euro) gedroht. Er wies seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer am Montagabend (Ortszeit) an, entsprechende Produkte zu bestimmen, wie das Weiße Haus mitteilte.

          Konflikt schaukelt sich immer weiter hoch

          Der Aufschlag solle zehn Prozent betragen. Nach der Ankündigung gab der Dollar in Fernost zum Yen nach, die Börse in Tokio eröffnete im Minus. Die Furcht vor einem ausgewachsenen amerikanisch-chinesischen Handelskrieg hatte zuvor den Aktienmarkt in New York belastet.

          Trump beschrieb den Schritt als Vergeltungsmaßnahme. „Diese Zölle werden nach dem Abschluss des juristischen Prozesses dann in Kraft treten, wenn China sich weigert, seine Praktiken zu ändern und auch wenn es darauf besteht, seine jüngst angekündigten neuen Zölle umzusetzen,“ hieß es. Sollte China als Reaktion auf den neuen amerikanischen Schritt selbst wiederum neue Zölle verhängen, würden die Vereinigten Staaten „mit zusätzlichen Zöllen auf weitere 200 Milliarden Dollar an Waren“ antworten. Ursprünglich hatte Trump angekündigt, auf chinesische Reaktionen mit Maßnahmen zu antworten, die sich auf 100 Milliarden Dollar summieren würden.

          Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt schaukelt sich immer weiter hoch. Trump hatte erst am Freitag Schutzzölle von 25 Prozent auf mehr als 800 chinesische Waren angeordnet – darunter Autos sowie Industrie- und High-Tech-Güter. Das Volumen beläuft sich auf 50 Milliarden Dollar. Die Maßnahme richtet sich nach Angaben des amerikanischen Präsidialamts auf Waren aus dem strategischen „Made in China 2025“-Programm, mit dem die Volksrepublik ihre Wirtschaft ankurbeln wolle, „aber das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten und vieler anderer Länder schädigt“.

          China reagierte mit der Ankündigung von eigenen Zöllen von 25 Prozent auf 659 amerikanische Produkte wie Fleisch, Gemüse, Soja, Whiskey, Tabak und Autos. Auch hier beträgt das Volumen 50 Milliarden Dollar. Beides soll vom 6. Juli an erhoben werden.

          Der eskalierende Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt schürt rund um den Globus die Angst vor einem Konjunktureinbruch. Trump liegt derzeit auch im Handelsstreit mit westlichen Partnern, den er mit seinen Strafzöllen auf Aluminium und Stahl ausgelöst hat.

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