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Strafzölle : Trump beginnt Handelskrieg gegen China

Da war von einem Handelskrieg noch keine Rede: Donald Trump und Xi Jinping bei einem Treffen in Peking vergangenen November. Bild: AP

Der Präsident genehmigt Strafzölle auf Importwaren im Wert von 50 Milliarden Dollar. Ab wann die Zölle gelten, ist unklar, auch was aus dem Telekomausrüster ZTE wird. China will in gleichem Ausmaß zurückschlagen.

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          Wie erwartet hat der amerikanische Präsident Donald Trump am Donnerstag genehmigt, dass Amerika auf chinesische Importgüter im Wert von 50 Milliarden Dollar Strafzölle von 25 Prozent verhängt, die auf den ursprünglichen Zollsatz aufgeschlagen werden.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Dies berichtet das „Wall Street Journal“. Demnach traf sich Trump eineinhalb Stunden lang mit Beratern, Strategen für Nationale Sicherheit und Vertretern des Finanzministeriums, des Wirtschaftsministeriums und des Amtes des amerikanischen Handelsbeauftragen.

          Unklar ist bisher, ab wann die Zölle gelten sollen. In früheren Aussagen hatte das Weiße Haus angekündigt, die Zölle „kurz nach“ der Genehmigung gelten zu lassen. An diesem Freitag will der Handelsbeauftragte Trumps eine Liste der betroffenen chinesischen Güter vorstellen, die sich allerdings noch ändern kann. Es wird erwartet, dass Washington vor allem chinesische Hochtechnologie ins Visier nimmt, wie etwa Hochgeschwindigkeitszüge.

          China will zurückschlagen

          Die chinesische Regierung hat für diesen Fall angekündigt, in gleichem Ausmaß zurückzuschlagen und ihrerseits amerikanische Importgüter im Wert von 50 Milliarden Dollar mit zusätzlichen Zöllen zu belegen. Es ist bisher unklar, welche Güter betroffen wären. Mögliche Kandidaten wären zum Beispiel amerikanische Flugzeuge von Boeing. Unternehmen wie Apple befürchten, dass auch die iPhone-Produktion in Südchina unter Vergeltungsmaßnahmen leiden könnte, obwohl die Smartphones nicht als Importwaren gelten.

          Am Donnerstag hatte der amerikanische Außenminister Mike Pompeo China besucht. In einer gemeinsamen Pressekonferenz hatte Chinas Außenminister Wang Yi gesagt, dass die Vereinigten Staaten vor der Wahl stünden, zum gegenseitigen Vorteil miteinander zu kooperieren, oder auf Konfrontation zu setzen, wobei alle verlieren würden. China wähle die erste Variante, sei jedoch vorbereitet, wenn Trump in den Handelskrieg ziehen werde.

          Was wird aus ZTE?

          Unklar ist das Schicksal des zweitgrößten Telekomausrüsters ZTE. Nachdem zu Wochenbeginn führende Republikaner und Demokraten im Senat angekündigt hatten, die Vereinbarung, die Trump mit Peking über einen weitere Belieferung des Unternehmens mit überlebensnotwendigen Mikroprozessoren getroffen hatte, kippen zu wollen, war der Aktienkurs von ZTE am Mittwoch an der Hongkonger Börse um 42 Prozent eingebrochen.

          Aus dem Weißen Haus hieß es jedoch am Mittwoch, dass Trump den Deal durchsetzen wolle und den Widerstand der Senatoren möglicherweise durch sein Veto zu brechen gedenke. Am Donnerstag legte der Aktienpreis von ZTE daraufhin um moderate 1,2 Prozent wieder zu.

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