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Richard Baldwin war Berater von George H.W. Bush. Heute lehrt er Internationale Ökonomie in Genf. Bild: Kimmo Räisänen

Handels-Interview : „Trump schadet Amerika“

Der Ökonom Richard Baldwin über die Verlierer von Donald Trumps Handelspolitik, Streit mit China und zukunftssichere Berufe.

          5 Min.

          Herr Baldwin, Donald Trumps Regierung fängt schon wieder eine Zolldiskussion mit Europa an. Wie schlimm ist seine Handelspolitik?

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Er bricht alle Regeln, die der internationale Handel hatte. Das ist auf jeden Fall schlecht für das Handelssystem der Welt – vor allem, weil es gerade Amerika war, das den internationalen Handel und seine Regeln immer vorangetrieben hat.

          Für die anderen Länder sind Trumps Zölle schlecht, keine Frage. Nutzen sie wenigstens Amerika?

          Nein. Im 21. Jahrhundert ist es keine gute Idee mehr, eigene Branchen mit Zöllen zu schützen. Inzwischen gibt es zu viel Handel in alle Richtungen: Wenn Sie auf Stahl oder Aluminium höhere Zölle verlangen, dann sichern Sie zwar ein paar Arbeitsplätze in diesen Branchen. Aber gleichzeitig schaden Sie Ihren Exportunternehmen, denn die brauchen dieses Material und müssen dann mehr bezahlen. Das gilt vor allem für Produkte aus China, die jetzt mit Zöllen belegt werden. Das sind ja oft nur Vorprodukte, die in Amerika weiterverarbeitet werden.

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