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Neue Drohung im Handelsstreit : Trumps Furor

Amerikas Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit Chinas Vizepremier Liu He im April 2019 Bild: AP

Trump droht China mit höheren Zöllen. Die Finanzmärkte haben ihr Urteil schnell gefällt. Doch ob die Chinesen sich einschüchtern lassen, ist ungewiss. Gut möglich, dass sich Trump als nächstes nach Europa wendet.

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          Die Finanzmärkte haben ihr Urteil über den Tweet aus dem Weißen Haus schnell gefällt. Wenige Stunden nach der Ankündigung Donald Trumps, die langwierigen Handelsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und China mit der Drohung höherer Zölle auf Einfuhren aus China anzutreiben, heißt es an den Märkten: Sichere Anlagen wie Staatsanleihen guter Bonität und Gold sind gefragt. Riskantere Anlagen wie Aktien oder Öl werden verkauft.

          In den vergangenen Monaten hatten politische Risiken an den Finanzmärkten keine wesentliche Rolle mehr gespielt. Weder das Brexit-Dauertheater noch erratische Äußerungen des Mannes aus dem Weißen Haus zur Geldpolitik, weder Terroranschläge noch politische Spannungen im Mittleren Osten konnten die Rückkehr eines „Goldilocks“-Szenarios verhindern, in dem steigende Aktienkurse für die Annahme einer Fortsetzung des Wirtschaftswachstums stehen. Sogar Europa hatte zuletzt mit unerwartet guten Konjunkturdaten für gute Stimmung gesorgt.

          Nun werfen die nächsten Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten ihre Schatten voraus. Die amerikanische Wirtschaft läuft immer noch sehr gut, aber viele Ökonomen erwarten in der Zukunft ein schwächeres Wirtschaftswachstum.

          Das kann Trump mit Blick auf seine Wiederwahl nicht brauchen. Zunächst versuchte er, auf die Geldpolitik Einfluss zu nehmen. Doch dann stießen innerhalb kurzer Zeit zwei Kandidaten Trumps, die der Präsident für Führungspositionen in der Notenbank ausersehen hatte, auf so großen Widerstand in der Öffentlichkeit, dass sie sich zurückzogen. Das musste Trump als eine Blamage empfunden haben, die er nun in der Handelspolitik wettmachen will.

          Doch ob die Chinesen sich von der Drohgebärde aus dem Weißen Haus einschüchtern lassen, ist ungewiss. Gut möglich, dass sich der Furor Trumps bald gegen die Europäer wendet, mit denen er ebenfalls in Handelsfragen über Kreuz liegt. Nicht zuletzt für Deutschland und seine exportorientierte Industrie steht einiges auf dem Spiel.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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