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Umstrittene Leistungsbilanz : Der verflixte deutsche Überschuss

So sieht Warenexport aus: Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns stehen im Hafen von Emden zur Verschiffung bereit. Bild: dpa

Es gibt viele Gründe, warum Deutschland rechnerisch einen Überschuss mit dem Ausland erwirtschaftet – aber auf wenige davon hat die Politik Einfluss.

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          Deutschlands Rekordüberschuss in der volkswirtschaftlichen Leistungsbilanz ist, wie der Name schon vermutet lässt, ein kompliziertes Konstrukt. Den einen dient er als Ventil, der Bundesregierung sträfliche Versäumnisse anzukreiden. Andere werten ihn als Ausdruck teutonischer Schaffenskraft. Beide Interpretationen haben zwar einen wahren Kern. Doch irrt, wer meint, dass es in der globalisierten Welt von heute so etwas wie rein deutsche Salden gibt, die sich überdies politisch steuern ließen.

          Die nüchterne Realität ist: Deutsche Bürger und zu einem noch größeren Teil deutsche Unternehmen sind in einem schwer durchdringbaren wirtschaftlichen Geflecht mit dem Ausland verbunden, vor allem mit Nachbarländern im europäischen Binnenmarkt. Sie kaufen und verkaufen, handeln und investieren, und wenn dabei ein Überschuss in der Leistungsbilanz zu Buche schlägt, ist das erst einmal schön und kein Grund zur Besorgnis. Eine wesentliche Ursache ist bekannt: Deutsche Autos und Maschinen sind weltweit gefragt und werden weit mehr ins Ausland verkauft, als umgekehrt vergleichbare Produkte aus Frankreich oder China eingeführt werden. Selbst in der laufenden Industrierezession ist Deutschlands Warenüberschuss enorm.

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