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Handelsabkommen : Wie sich Chinesen und Amerikaner weiter belauern

Ja, sie reden miteinander: Donald Trump und Xi Jinping vor ihren Landesflaggen Bild: dpa

Freihandelsabkommen führen nicht zu freiem Handeln, sie regulieren ihn. Das ist beim amerikanisch-chinesischen Pakt nicht anders. Die beiden Großmächte belauern sich weiter. Dass sie dabei auch miteinander reden, ist nicht das Schlechteste.

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          Um gleich mit einem Mythos aufzuräumen: Freihandelsabkommen pflegen nicht, den freien Handel zu stimulieren. Sie regulieren ihn. Das Teilabkommen, auf dass sich die Vereinigten Staaten und China jetzt verständigt haben, bildet darin keine Ausnahme. Die Amerikaner haben die Chinesen beispielsweise offenbar erfolgreich gezwungen, Sojabohnen zu kaufen, die gewöhnlich als Schweinefutter dienen. Nur, wegen einer verheerenden Schweinepest wurde in China ein großer Teil der Schweinebestände gekeult.

          An Sojabohnen, darf man vermuten, fehlt es den Chinesen deshalb aktuell eher nicht. Aber Präsident Donald Trump kann seinen braven, vom Handelskonflikt gebeutelten Farmern verkünden, dass er für sie gekämpft hat. Zuvor hat er die relativ kleine Berufsgruppe bereits mit mehr Subventionen beglückt als Barack Obama zur Rettung der Autoindustrie kurz nach der Finanzkrise eingesetzt hatte.

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          Auch wenn der Pakt den freien Handel nicht beflügelt, muss er deshalb nicht schlecht sein. Die Amerikaner versuchen mit gutem Grund, ein altes chinesisches Geschäftsmodell ein für alle Mal zu beenden. Chinesische Firmen stehen im dringenden Tatverdacht, seit Jahren westliche Technologie zu stehlen und oder zu kopieren mit dem Ziel, auf dieser Basis international wettbewerbsfähige Unternehmen zu entwickeln. Staatliche Subventionen und hohe Marktzutritts-Barrieren helfen, die kleinen Technologie-Diebe schnell groß zu machen.

          Diese Praxis ist bei reifen Industrieländern, zu denen China inzwischen gehört, schwer zu tolerieren. Washington hat Peking offenbar Zugeständnisse abgerungen: Man will geistiges Eigentum in Zukunft besser respektieren. Das fällt China allerdings umso leichter, weil das Land durch gewaltige Forschungssubventionen inzwischen technologische Führerschaft in einigen Zukunftsindustrien beanspruchen kann. Offenbar haben auch Embargos das Land beflügelt, eigene Technologie zu entwickeln.

          Das Abkommen produziert nicht automatisch Friede, Freude und Eierkuchen für die Vertragspartner. Es ist eine pragmatische Teillösung. Beide Länder liefern sich einen Wettkampf um technologische Hegemonie, wie zunehmend deutlich wird. Sie belauern sich, sie gönnen sich nichts, sie bleiben aber im Gespräch und im Geschäft. Das ist nicht das Schlechteste.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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