https://www.faz.net/-gqe-9jytm

Autozölle : Juncker vertraut auf Trumps Wort

  • Aktualisiert am

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (l) und Amerikas Präsident Donald Trump im Juli 2018 im Rosengarten des weißen Hauses Bild: Reuters

Donald Trump hat EU-Kommissionspräsident Juncker offenbar versprochen, dass es vorerst keine Autozölle gibt. Falls doch, will auch er nicht mehr Wort halten.

          EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker glaubt nicht, dass der amerikanische Präsident Donald Trump Autozölle gegen europäische Hersteller verhängt. „Trump hat mir sein Wort gegeben, dass es vorerst keine Autozölle gibt“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. „Ich halte diese Zusage für belastbar.“

          Falls der Präsident dennoch Autozölle verhängen sollte, werde die EU umgehend reagieren: „Sollte er sein Wort brechen, werden wir uns an unsere Zusage, mehr US-Soja und Flüssiggas zu kaufen, auch nicht mehr gebunden fühlen“, sagte Juncker. Darüber hinaus hat die EU-Kommission für den Fall von Autozöllen eine Liste von weiteren Vergeltungsmaßnahmen und Zölle auf EU-Importe geplant. Ein Sprecher Junckers hatte am Montag in Brüssel angekündigt, dass die Kommission in diesem Fall „schnell und angemessen reagieren“ werde.

          Trump und Juncker hatten sich Ende Juli bei einem Treffen im Weißen Haus auf einen gemeinsamen Kurs zur Beilegung der Handelsstreitigkeiten verständigt. Juncker stellte dabei unter anderem erhöhte Einfuhren von amerikanischem Soja in die EU in Aussicht. Zudem vereinbarten sie unter anderem, auf einen fast vollständigen Abbau von Handelshemmnissen bei Industriegütern hinzuarbeiten. Zuvor hatte Trump, der sein Land von zahlreichen Handelspartnern unfair behandelt sieht, wiederholt mit Strafzöllen auf europäische Autos gedroht, was vor allem Deutschland hart treffen würde.

          In der Nacht zum Montag war nun eine Frist abgelaufen, bis zu der das Handelsministerium in Washington seine Einschätzung zu den Autoeinfuhren aus Europa abgeben musste. Es wird erwartet, dass das Ministerium die Importe als eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft. Damit ist die Grundlage für die mögliche Verhängung von Strafzöllen auf Autos aus Europa gelegt. Darüber entscheiden muss Trump nun in den kommenden 90 Tagen. Nicht nur in Europa regt sich indes Widerstand. Auch die amerikanische Auto-Lobby ist besorgt und bereitet entsprechende Gegenmaßnahmen vor.

          Weitere Themen

          Trump droht China mit neuen Zöllen Video-Seite öffnen

          Einigung nicht ausgeschlossen : Trump droht China mit neuen Zöllen

          Der amerikanische Präsident Donald Trump droht im Handelsstreit mit China mit neuen milliardenschweren Strafzöllen. Welche Waren betroffen sein könnten, ließ er allerdings offen. Allerdings geht er nach eigenen Worten aber davon aus, dass eine Einigung noch möglich ist - auch in dem Konflikt mit dem Nachbarn Mexiko.

          Trump droht China mit neuen Zöllen

          Ultimatum an Xi : Trump droht China mit neuen Zöllen

          Donald Trump droht China mit neuen Zöllen, sollte der chinesische Staatspräsident Xi nicht zu einem Treffen beim G-20-Gipfel bereit sein. Auch die Drohung an Mexiko erneuert der Präsident – trotz der jüngsten Einigung.

          Topmeldungen

          MH17-Abschuss : Keine Zweifel mehr

          Der Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs im Juli 2014 über der Ostukraine wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Vier Separatisten sollen sich wegen Mordes verantworten. Die Chancen darauf stehen aber schlecht.

          Streit mit Frankreich um Weber : AKK gibt nicht nach

          Kramp-Karrenbauer bleibt dabei: Weber soll neuer Kommissionspräsident werden. Das macht sie ausgerechnet in Paris deutlich. Zudem verlangt sie von den Grünen in der Außenpolitik einen klareren Kurs.

          Drohung wegen Zinspolitik : Degradiert Trump den Fed-Chef Powell?

          Amerikas Präsident Donald Trump ist unzufrieden mit der Zinspolitik der Notenbank Fed. Jetzt deutet er sogar an, er könne deren Chef Powell degradieren. Die Notenbank hält dagegen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.