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Huawei-Finanzchefin verhaftet : Eine Demütigung für Peking

Verhaftet: Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou Bild: EPA

Die Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Technologiekonzerns Huawei erfolgt just an dem Tag, an dem Chinas Präsident Xi Jinping mit Amerika über eine Einigung im Handelsstreit verhandelt. Peking wird das nicht vergessen.

          Das Signal, das Amerika mit der von ihm veranlassten Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Technologiekonzerns Huawei aussendet, hat China in Schock versetzt. Schließlich ist die 1972 geborene Meng Wanzhou nicht nur eine der führenden Figuren in Chinas wichtigstem Unternehmen, das in der Welt mehr Smartphones verkauft als Apple und Amerika die Technologieführerschaft streitig macht. Vielmehr ist der Vater der Topmanagerin Ren Zhengfei der Gründer des Konzerns.

          Huawei wird von Washington vorgeworfen, die gegen Iran verhängten Wirtschaftssanktionen verletzt zu haben. Dass Amerika deshalb aber ausgerechnet die Tochter des Firmenpatriarchen ins Gefängnis werfen will, sorgt in einem Land, in dem das oftmals einzige Kind den Eltern das Wertvollste ist, für Grusel. Darüber hinaus kam die Verhaftung an dem Tag, an dem Chinas Präsident Xi Jinping mit seinem Amtskollegen aus Amerika über eine Einigung im Handelsstreit verhandelt hat. Das kommt im Reich der Mitte einem Gesichtsverlust gleich.

          Ob die Verhandlungen zwischen beiden Mächten deshalb scheitern, ist nicht ausgemacht. Vergessen wird Peking diese Demütigung nicht.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

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