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Handelsungleichgewicht : Trump warnt Deutschland: „Wir werden das ändern“

  • Aktualisiert am

Einvernehmen sieht anders aus: Donald Trump nach dem Treffen mit Angela Merkel am Rande des G-20-Gipfels. Bild: AFP

Amerika und China haben im Wirtschaftsstreit einen Waffenstillstand vereinbart. Nun gerät Europa wieder in den Fokus des Präsidenten – und ein Thema, das gerade für Deutschland wichtig ist.

          Nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping vereinbart hat, zunächst keine weiteren Zölle einzuführen, geraten nun die Europäer wieder zunehmend in den Blick der Regierung in Washington. Im Rahmen eines Treffens zwischen Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Buenos Aires sagte der Republikaner nach Angaben des Finanzdienstes Reuters: „Wir haben ein enormes Handelsungleichgewicht, aber wir werden das ändern.“

          Damit bezog er sich darauf, dass die Amerikaner schon lange viel mehr Waren aus Deutschland kaufen wollen als Deutsche aus den Vereinigten Staaten. Trump hat mehrfach öffentlich erklärt, dass er dies für schlecht für Amerika hält, Ökonomen sehen das mit großer Mehrheit anders.

          Zuletzt sind die Befürchtungen wieder größer geworden, die amerikanische Regierung könne schon in den kommenden Tagen neue Zölle gegen Europa verhängen – und damit den „Waffenstillstand“ aufkündigen, den Trump im Sommer mit dem EU-Kommissions-Präsidenten Jean-Claude Juncker vereinbart hatte. Betroffen sein könnten dann zumal die deutschen Automobilhersteller. „Wir haben Sorge, dass das Moratorium nicht hält und es zu Autozöllen kommen kann. Wir können auch nicht ausschließen, dass dies zeitnah passiert“, ließ EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger am vergangenen Donnerstag in Brüssel durch eine Sprecherin mitteilten.

          BMW reagiert schon

          Dem Vernehmen nach werden die Vorstandsvorsitzenden von Volkswagen, Daimler und BMW am Dienstag im Weißen Haus erwartet. Dort kommen sie angeblich mit dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und dem Wirtschaftsminister Wilbur Ross zusammen.

          Das ist insofern brisant, als die Handelsgespräche eigentlich zwischen Regierungen stattfinden und die EU-Mitgliedsländer dies an Brüssel übertragen haben. Die CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer warnte die Konzernchefs denn auch vor Nebenabsprachen mit der amerikanischen Führung: „Ich beobachte das auf jeden Fall mit einer hohen Aufmerksamkeit.“

          Als Folge des Handelsstreits stellte gerade der BMW-Vorstandsvorsitzende Harald Krüger in Aussicht, in Amerika ein Motorenwerk zu errichten. Schon verlegt hat der Konzern einen Teil er Produktion der X-Reihe nach Asien, um nicht von den Zöllen betroffen zu sein, die wiederum Peking in Reaktion auf die amerikanischen Maßnahmen ins Werk setzte.

          Dass Trump sich im Handelsstreit nicht alleine auf China fokussieren würde, davor warnte unlängst übrigens auch der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman im Gespräch mit FAZ.NET. „Ich würde nicht annehmen, dass Europa davor permanent sicher ist“, sagte er mit Blick auf die Zoll-Frage und fügte hinzu: „Und insbesondere Deutschland nicht, das hohe Handelsüberschüsse insgesamt erzielt und sehr hohe bilaterale Überschüsse gegenüber den Vereinigten Staaten. Wir können das für eine schwache Rechtfertigung halten für politisches Vorgehen, aber die Leute, mit denen Trump spricht, sagen ihm etwas anderes.“

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