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Handelsstreit eskaliert : Washington verhängt 200-Milliarden-Sonderzölle auf China-Importe

  • Aktualisiert am

Bleibt auf Konfrontationskurs: Donald Trump Bild: Reuters

Der amerikanische Präsident lässt seinen Worten Taten folgen: In wenigen Tagen werden die bisher größten Sonderzölle auf chinesische Importe in Kraft treten. Peking will sich wehren – mit Zöllen.

          2 Min.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat in seinem bisher größten Schlag im Handelsstreit die Hälfte aller Warenimporte aus China mit Sonderzöllen belegt. Den bisher verhängten Sonderzöllen auf Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar werden am 24. September Zölle auf Waren im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar (umgerechnet 171 Milliarden Euro) folgen, kündigte die Regierung am Montag (Ortszeit) in Washington an. Damit haben die Vereinigten Staaten den Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften der Welt auf eine bisher nicht gekannte Eskalationsstufe getrieben.

          Zuvor hatte Trump eine wichtige Ankündigung im ausufernden Handelsstreit mit China versprochen. Es gebe „einige sehr positive Neuigkeiten“, sagte Trump in Washington. Es werde „viel Geld in die Kassen der Vereinigten Staaten“ kommen, fügte der Präsident vielsagend hinzu.

          Zölle zunächst bei 10 Prozent

          Der Zollstreit hatte die New Yorker Börsen zum Wochenstart im Klammergriff gehalten. „Mr. Trump hat – was China angeht – viel politisches Kapital zerschlagen. Es ist schwer vorstellbar, wie sich die beiden Seiten noch zusammensetzen können, sollte er die Zölle wirklich verhängen“, sagte Analystin Freya Beamish vom Analysehaus Pantheon Macroeconomics. Chinas Möglichkeiten für Vergeltungsmaßnahmen seien aber ziemlich begrenzt.

          Die Zölle werden zunächst zehn Prozent betragen, ab Beginn des Jahres 2019 sollen 25 Prozent erhoben werden, hieß es weiter. Die Tür für Gespräche bleibe jedoch weiterhin offen. Einige Produktgruppen, darunter Smart Watches von Apple, Bluetooth-Artikel sowie Hochstühle und Autositze für Kinder sollen ausgenommen werden, hieß es aus dem Weißen Haus.

          Falls China nun mit Gegenmaßnahmen gegen die amerikanische Landwirtschaft oder andere Industriezweige antworten würde, würde die Regierung eine weitere Phase – die dann dritte – einläuten, sagte Trump der Mitteilung zufolge. Dann würden noch weitere 267 Milliarden Warenimporte aus China mit Extrazöllen belegt. „Wenn andere Länder keinen fairen Handel treiben, werden sie mit Zöllen belegt“, twitterte Trump am Montag.

          Warnung aus Peking

          China hatte bereits vor einer weiteren Zuspitzung des Handelskonflikts gewarnt. Geng Shuang, eine Sprecherin des Pekinger Handelsministeriums, sagte am Montag, dass die Volksrepublik mit „Gegenmaßnahmen“ reagieren werde, sollte Washington weitere Strafzölle gegen China verhängen. Man werde sich „entschlossen verteidigen“, hieß es. An den Börsen des Landes hatte sich bereits weitere Verunsicherung breitgemacht. Der Shanghai Composite beendete den Handel am Montag mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 2651 Punkten. Damit rutschte die chinesische Leitbörse auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. 

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          Die „Washington Post“ hatte bereits am Sonntag gemeldet, Trump habe die Entscheidung getroffen, Importe im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen von zehn Prozent zu belegen. China erwägt im Handelsstreit nun, das Gesprächsangebot der amerikanischen Administration über drohende Strafzölle auszuschlagen. China werde nicht mit vorgehaltener Pistole verhandeln, berichtete das „Wall Street Journal“.

          Beide Länder haben sich bereits gegenseitig mit Strafzöllen auf Waren im Wert von jeweils rund 50 Milliarden Dollar überzogen. Peking hatte bereits angekündigt, im Falle neuer Zölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar zusätzliche Sonderabgaben auf Importe aus den Vereinigten Staaten im Wert von 60 Milliarden Dollar erheben zu wollen. 

          Die Möglichkeiten Chinas, mit eigenen Strafzöllen auf amerikanische Güter Vergeltung zu üben, sind jedoch begrenzt: Die Vereinigten Staaten führen lediglich Waren im Wert von 130 Milliarden Dollar nach China aus.

          Beobachter wiesen jedoch daraufhin, dass Peking andere Möglichkeiten habe, um Washington unter Druck zu setzen. So könnte etwa Unternehmen wie Starbucks, Apple oder Nike, die seit Jahren enorm von der Konsumlust des Milliardenvolkes profitieren, die Geschäfte in China erschwert werden.

          Chronologie der Zölle

          Seit Januar 2018 (Auswahl)

          22. Januar

          Wert: 8,5 Mrd. $

          20–50% auf Waschmaschinen

          15–30% auf Solarpaneele

          23. März

          Wert: 48 Mrd. $

          20% auf Aluminium

          25% auf Stahl

          02. April

          Wert: 3 Mrd. $

          15-25% auf 128 landwirtschaftliche Produkte

          22. Juni

          Wert: 2,8 Mrd. $

          25% auf Lebensmittel,

          Motorräder, Jeans

          06. Juli

          Wert: 50 Mrd. $

          25% auf 1300 Hightech-Produkte

          06. Juli

          Wert: 50 Mrd. $

          25% auf mehr als 100

          Produkte

          24. September

          Wert: 200 Mrd. $

          10% (25% ab 01.01.2019) auf nahezu alle chinesischen Produkte

          24. September

          Wert: 60 Mrd. $

          5–10% auf diverse Produkte (z.B. Fleisch, Weizen, Wein, Flüssiggas)

          Angedroht

          Wert: 267 Mrd. $

          noch unklar

          Angedroht, in verhandlung

          Wert: 37,4 Mrd. $

          20 % auf Autos

          Angedroht, in verhandlung

          Wert: 294 Mrd. $

          noch unklar

          Grafik: F.A.Z. / Stand: 18.09.2018

          Chronologie der Zölle

          Seit Januar 2018 (Auswahl)

          22. Januar

          Wert: 8,5 Mrd. $

          20–50% auf Waschmaschinen

          15–30% auf Solarpaneele

          23. März

          Wert: 48 Mrd. $

          20% auf Aluminium

          25% auf Stahl

          02. April

          Wert: 3 Mrd. $

          15-25% auf 128 landwirtschaftliche Produkte

          22. Juni

          Wert: 2,8 Mrd. $

          25% auf Lebensmittel, Motorräder, Jeans

          06. Juli

          Wert: 50 Mrd. $

          25% auf 1300 Hightech-Produkte

          06. Juli

          Wert: 50 Mrd. $

          25% auf mehr als 100 Produkte

          24. September

          Wert: 200 Mrd. $

          10% (25% ab 01.01.2019) auf nahezu alle chinesischen Produkte

          24. September

          Wert: 60 Mrd. $

          5–10% auf diverse Produkte (z.B. Fleisch, Weizen, Wein, Flüssiggas)

          Angedroht

          Wert: 267 Mrd. $

          noch unklar

          Angedroht, in verhandlung

          Wert: 37,4 Mrd. $

          20 % auf Autos

          Angedroht, in verhandlung

          Wert: 294 Mrd. $

          noch unklar

          Grafik: F.A.Z. / Stand: 18.09.2018

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