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Trump über sich selbst : „Ich bin der Auserwählte“

Donald Trump, 45. Präsident der Vereinigten Staaten Bild: EPA

Seit ein paar Stunden ist klar: Donald Trump sieht sich in Handelsfragen auf einer göttlichen Mission.

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          Bescheidenheit war noch nie eine Stärke des 45. amerikanischen Präsidenten. Seit ein paar Stunden aber hat die Hybris Donald Trumps eine göttliche Sphäre erreicht: Auf dem Kreuzzug für eine gerechtere Handelswelt hält er sich für den von Gott persönlich auserwählten Präsidenten.

          Christoph Schäfer

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und Finanzen Online.

          Befragt zum Handelskonflikt mit China sagte Trump am Mittwoch: „Das ist nicht mein Handelskrieg. Das ist ein Handelskrieg, der schon lange von anderen Präsidenten hätte geführt werden müssen. Jemand musste es machen.“ Dann hebt Trump seine Augen zum Himmel, breitet die Arme leicht aus und sagt: „Ich bin der Auserwählte.“ Er lege sich mit China an, weil jemand das machen müsse. „Und wissen Sie was: Wir gewinnen!“

          Danach beklagt er (wie immer) das Handelsdefizit seines Landes mit der Europäischen Union und mit China und lässt dabei (wie immer) den Dienstleistungssektor außen vor, der das Handelsdefizit in den materiellen Gütern – ganz je nach Land – erheblich mildert oder sogar ausgleicht.

          Mit China stecken die Vereinigten Staaten mittlerweile seit mehr als einem Jahr in einem erbitterten Handelsstreit. Trump belegt Waren aus China regelmäßig mit Strafzöllen, worauf China meist etwas später nachzieht. Mittlerweile sind Waren im dreistelligen Milliardenwert mit Strafzöllen belegt und Trump droht damit, sämtliche Importe aus China mit Zöllen von bis zu 25 Prozent zu belegen. Erst vor drei Monaten hatte Trump ein regelrechtes Hohelied auf Zölle gesungen: Sie würden Amerika stärker und reicher machen. Sie seien besser als traditionelle Handelsabkommen und viel leichter zu verhängen.

          Allerdings ziehen nicht nur ausländische Staaten sondern auch einheimische Hersteller regelmäßig den Zorn des amerikanischen Präsidenten auf sich. Nach Harley Davidson, Amazon, Google und vielen Zeitungshäusern ist nun der Autohersteller Ford ins Visier des leicht reizbaren Präsidenten geraten.

          Trump kritisiert das Unternehmen heftig dafür, ein Spritspar-Abkommen mit dem Bundesstaat Kalifornien unterschrieben zu haben. Firmengründer Henry Ford wäre „sehr enttäuscht, wenn er sehen würde, dass seine Nachfolger ein deutlich teureres Auto bauen wollen, das viel unsicherer ist und nicht so gut funktioniert, weil sich die führenden Manager nicht mit den kalifornischen Regulierern anlegen wollen“, schreibt Trump dazu.

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