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Handelsstreit : Wie reagiert China auf Trumps Drohung?

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Chinas Vize-Premierminister Liu He und der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin bei ihrem letzten Treffen am 1. Mai in Peking Bild: Reuters

Donald Trump hat den Handelskonflikt mit China wieder verschärft. China bereitet sich offiziell weiter auf Verhandlungen in Washington diese Woche vor. Doch auch andere Reaktionen sind möglich.

          Nach der Eskalation im Handelsstreit wird in China gerätselt, ob die Regierung nun den für diese Woche geplanten Besuch ihres Chefverhandlers im Handelsstreit in Washington absagt. Eigentlich hatte Liu He, der einer der engsten Berater von Präsident Xi Jinping ist und dessen offizieller Titel „Stellvertretender Ministerpräsident“ lautet, am Mittwoch mit einer 100 Köpfe starken Delegation nach Amerika fliegen wollen, um den Vertrag fertigzustellen, den Xi und Trump dann später in einer großen Zeremonie unterschreiben sollten.

          Offiziell teilte das Außenministerium in Peking am Montagnachmittag bei einer routinemäßigen Pressekonferenz mit, dass die Reise der Delegation weiter “vorbereitet” werde. Der Sprecher sagte allerdings weder, wann die Reise stattfinden solle, noch, ob Liu He die Delegation anführen werde oder ein niederrangigeres Regierungsmitglied.

          In China wurde am Montag spekuliert, dass die Reise verschoben werden könnte oder ganz abgesagt, um das Gesicht gegenüber der eigenen Bevölkerung nach Trumps Drohung zu wahren. Im Handelsministerium sei man angesichts der neuerlichen Volte “sauer”, hieß es in Regierungskreisen. Man sei von dieser kalt erwischt worden.

          Mehr Selbstbewusstsein der Chinesen

          Bei der Frage, wie China auf die neuerliche Demütigung aus Washington reagiert, spielt die Stärke der chinesischen Wirtschaft eine große Rolle. Diese war im vergangenen Herbst schwächer als derzeit. Während gegen Ende des Jahres sinkende Industriegewinne zu verzeichnen waren, hat die Konjunktur in der zweitgrößten Wirtschaft wieder etwas stärker an Fahrt aufgenommen.

          Das könnte nach Ansicht von Beobachtern der chinesischen Führung mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit Trump geben. So sind etwa die Autoverkäufe im Jahresvergleich im März den neunten Monat hintereinander gefallen, doch war der Rückgang mit 5 Prozent weniger stark als im Vorjahr. Auf der anderen Seite gibt es anhaltende Krisenzeichen wie die Meldung über den amerikanischen Wagniskapitalgebers Sequioa, der ein Taktgeber für Chinas Technologiebranche ist, in dem Land ein Fünftel seiner Mitarbeiter zu entlassen.

          Zunächst hatte Verwirrung um die chinesische Reaktion geherrscht. Während die „South China Morning Post“ berichtete, der Besuch von Vize-Ministerpräsident und Verhandlungsführer Liu He in Washington diese Woche werde nur verkürzt, hieß es in amerikanischen Medien wie dem „Wall Street Journal“ und dem Fernsehsender „CNBC“, China erwäge sogar einen Abbruch der Gespräche. China wolle nicht unter Drohungen weiterverhandeln und sei von Trumps Verhalten überrascht worden.

          Trump hatte in einem abrupten Kurswechsel den Druck auf China erhöht. Der Präsident hatte am Sonntag angekündigt, kommenden Freitag würden die Importzölle für bestimmte chinesische Produkte von 10 auf 25 Prozent erhöht. Dies soll einen Warenwert von 200 Milliarden Dollar betreffen. Auch andere Waren würden mit zusätzlichen Importabgaben belegt.

          Trumps Kehrtwende in den Verhandlungen kommt für viele überraschend. Erst am Freitag hatte er erklärt, die Handelsgespräche wurden „ziemlich gut“ laufen. Zudem hatte sein Stabschef betont, der Handelskonflikt werde in den kommenden zwei Wochen beigelegt. „Die Handelsgespräche mit China gehen weiter, aber zu langsam, da sie versuchen, neu zu verhandeln. Nein!“, twitterte Trump.

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