https://www.faz.net/-gqe-9qomv

Verschärfung im Handelsstreit : Chinesische Industrie schrumpft vierten Monat hintereinander

  • Aktualisiert am

Die chinesische Industrie ist in einer anhaltenden Schwächephase Bild: dpa

Der Handelskonflikt mit Amerika scheint nun doch seinen Preis von der chinesischen Wirtschaft zu fordern: Die Industrie erlebt den größten Abschwung seit Jahrzehnten. Ein Wirtschaftssektor legte dennoch zu.

          1 Min.

          Die chinesische Industrie ist den vierten Monat in Folge geschrumpft. Damit mehren sich die Zeichen, dass der Handelsstreit mit Amerika und die weiter dürftige Nachfrage im Inland die chinesische Wirtschaft immer stärker belastet. Der Einkaufsmanager-Index der Industrie gab im August zum Vormonat 0,2 Prozentpunkte auf 49,5 Punkte nach, wie das Statistikamt des Landes am Samstag mitteilte. Analysten hatten wie im Juli mit 49,7 Punkten gerechnet. Damit entfernt sich der Index weiter von der wichtigen Marke von 50 Punkten, oberhalb der Wachstum angezeigt wird.

          Die anhaltende Schwäche könnte nun die Erwartungen nach schnelleren und aggressiveren Impulsen der Regierung in Peking befeuern, um den größten Abschwung seit Jahrzehnten zu überstehen. Die Exportaufträge gingen im August bereits das 15. Mal in Folge zurück.

          Vorgezogene Aufträge aus Amerika angesichts abermals steigender Zölle bremsten Analysten zufolge den Rückgang etwas ab. Dagegen legte das Wachstum des chinesischen Dienstleistungssektors im August zum ersten Mal seit fünf Monaten wieder zu. Den offiziellen Zahlen einer Firmenumfrage zufolge stieg der entsprechende Index im August auf 53,8 von zuvor 53,7. Die Regierung in Peking setzt unter anderem auf einen starken Dienstleistungssektor, um die wirtschaftlichen Folgen der Handelsunsicherheiten etwas abzufedern.

          Weitere Strafzölle ab Sonntag

          Der seit Monaten anhaltende Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China war zuletzt weiter eskaliert. Trotz der Zollerhöhungen hielten Verhandlungsteams aus China und den Vereinigten Staaten die Gespräche aber aufrecht und würden im September zusammentreffen, sagte der amerikanische Präsident Donald Trump am Freitag. Zugleich betonte er, es werde keine Verzögerungen bei den anstehenden Zollerhöhungen geben.

          Am Sonntag treten weitere Sonderzölle auf chinesische Waren in Kraft, diese hatte Präsident Donald Trump im August angekündigt. Die neuen Strafzölle umfassen 10 Prozent der chinesischen Importe. Die zusätzliche Importgebühr betrifft Experten zufolge Waren im Wert von rund 150 Milliarden Dollar.

          Trump hatte ursprünglich Zölle auf Importe im Wert von bis zu 300 Milliarden Dollar angekündigt. Die Strafzölle auf die Einfuhr beliebter Konsumgüter wie Laptops, Telefone und Spielzeug wurde dann jedoch auf den 15. Dezember verschoben, um dem amerikanischen Weihnachtsgeschäft nicht zu schaden.

          Weitere Themen

          Deutsche Produktion zieht an

          Konjunktur : Deutsche Produktion zieht an

          Die deutschen Unternehmen konnten die Produktion im Juli steigern. Eine Trendwende gibt es jedoch noch nicht. Denn die deutsche Industrie kämpft weiter mit Lieferengpässen.

          Topmeldungen

          Markus Söder beim Parteitag der CSU in Nürnberg

          CSU-Chef im Wahlkampf : Markus Söder, der Antibayer

          Ganz Deutschland, so sagen es die Umfragen, hätte lieber Markus Söder als Armin Laschet zum Kanzler. Ganz Deutschland? Nein, die Bayern mögen ihn nicht.
          Treffsicher vor dem Tor: Münchens Leroy Sané

          7:0-Sieg in Bundesliga : Der FC Bayern wie im Rausch

          Gegen den VfL Bochum treffen die Münchner aus fast allen Lagen. Und der Aufsteiger trifft auch – allerdings ins eigene Tor. Für den Moment grüßt der FC Bayern wieder von der Tabellenspitze.

          Chefin einer Spezialeinheit : Die Frau im Schatten

          Terroristen, Waffenhändler, organisierte Kriminalität: Die Polizistin Kerstin Kalinka kennt die Abgründe der Gesellschaft. Als eine von wenigen Frauen leitet sie ein Mobiles Einsatzkommando. Und steht für die Polizei von morgen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.