https://www.faz.net/-gqe-9obmv

China und Amerika : Im Handelsstreit wird wieder geredet

  • Aktualisiert am

Nähern sich Trump und Xi wieder an? Zumindest wird wieder verhandelt. Das nächste Treffen soll während des G20-Gipfels stattfinden. Ob es so wird wie hier im November 2017? Bild: AFP

China und Amerika haben ihre Verhandlungen wieder aufgenommen und bereiten das Treffen von Amerikas Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi in Japan vor. Die Chinesen fordern allerdings Respekt ein.

          1 Min.

          Vor dem G20-Gipfel haben die Vereinigten Staaten und China im festgefahrenen Handelsstreit wieder Verhandlungen aufgenommen. Beide Seiten sollten sich aufeinander zu bewegen und Kompromissbereitschaft zeigen, sagte der stellvertretende chinesische Handelsminister Wang Shouwen am Montag. Er ist Teil der chinesischen Delegation, wollte aber keine Details nennen. Im Mai war der Gesprächsfaden abgerissen, nachdem die amerikanische Seite der Regierung in Peking vorgeworfen hatte, von bereits gemachten Zusagen wieder abzuweichen.

          Der chinesische Vize-Außenminister Zhang Jun sagte, die Teams bereiteten das Treffen von Staatschef Xi Jinping und Präsident Donald Trump Ende der Woche auf dem Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im japanischen Osaka vor. Die beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte haben sich gegenseitig mit Sonderzöllen überzogen, was die Konjunktur rund um den Globus bremst. Trump wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken vor und hat mit weiteren Maßnahmen gedroht.

          Keine Debatte über Hongkong

          Wang sagte, gegenseitiger Respekt sei in den Gesprächen nötig. „Eine Vereinbarung, die abgeschlossen werden soll, muss für beide Seiten von Vorteil sein. Sich auf halbem Weg zu treffen, bedeutet: Beide Seiten müssen Kompromisse und Zugeständnisse machen, nicht nur eine Seite.“

          Der G20-Gipfel könnte auch von den amerikanischen Maßnahmen gegen Huawei überschattet werden. Die Regierung hat den chinesischen Netzwerkausrüster auf eine schwarze Liste gesetzt, weil sie nach eigenen Angaben fürchtet, die Technologie des Konzerns könnte zur Spionage verwendet werden. Damit ist es amerikanischen Unternehmen untersagt, ohne Genehmigung der Behörden mit dem chinesischen Unternehmen Geschäfte zu machen. Huawei hat die amerikanischen Vorwürfe zurückgewiesen. Wang sagte, Xi habe bei seinem jüngsten Telefonat mit Trump die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, die Vereinigten Staaten würden chinesische Unternehmen fair behandeln.

          Die Regierung in Peking will unterdessen auf dem G20-Gipfel keine Debatte über die jüngsten Proteste in Hongkong zulassen. „Hongkong ist eine Sonderverwaltungszone Chinas“, so Vize-Außenminister Zhang. „Die Angelegenheiten Hongkongs sind eine reine innere Angelegenheit Chinas. Kein anderes Land hat das Recht, sich einzumischen.“

          In der Wirtschaftsmetropole hatte es zuletzt die größten Proteste seit Jahrzehnten gegeben. Dabei kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Anlass ist ein inzwischen auf Eis gelegtes Gesetzesvorhaben, das Auslieferungen auch an China ermöglichen soll.

          Weitere Themen

          Sogenannte Menschenrechtsprobleme

          China erbost über Sanktionen : Sogenannte Menschenrechtsprobleme

          Washington verhängt Sanktionen gegen chinesische Firmen und Behörden, die an der „brutalen Unterdrückung“ von Minderheiten beteiligt sind. Peking reagiert empört – die Vorwürfe seien „haltlos“.

          Topmeldungen

          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.
          Wer zu den Besten in der Forschung gehören möchte, muss sich den Platz hart erkämpfen. Auch in Deutschland gibt es hierfür inzwischen Graduiertenschulen, die die Promovierenden unterstützen.

          Spitzenforschung : Wo die Promotion zur Selektion wird

          Amerikas Dominanz in der Spitzenforschung hat auch die hiesige Nachwuchsförderung kräftig umgekrempelt. Wer oben mitspielen will, muss an eine Graduiertenschule und sich von dort aus die begehrten Plätze erkämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.