https://www.faz.net/-gqe-9mnan

Handelskonflikte bremsen : Deutlich weniger Aufträge für Maschinenbauer

  • Aktualisiert am

Der Start ins Jahr war eher durchwachsen. Bild: dpa

Der Start ins Jahr lief bescheiden und die neusten Drohungen von Donald Trump dürften die Stimmung in der Branche weiter verdüstern – denn auch im Inland läuft es nicht rund.

          Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltkonjunktur haben Deutschlands Maschinenbauern den Jahresauftakt verdorben. Verunsicherte Kunden hielten sich mit Bestellungen zurück, wie der Branchenverband VDMA am Montag in Frankfurt mitteilte. In den ersten drei Monaten gingen bei der exportorientierten deutschen Schlüsselindustrie preisbereinigt 10 Prozent weniger Aufträge ein als im Vorjahreszeitraum.

          Hinzu kamen im ersten Vierteljahr Sonderbelastungen im Inland wie die Schwäche der Autoindustrie, wie VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers erläuterte. Ein Teil der Sondereffekte dürfte sich auflösen. Ob es sich insgesamt um eine Delle, oder um eine längerfristige Abwärtsbewegung handelt, ist nach Einschätzung Wiechers derzeit schwer abzuschätzen. Für beides gebe es gute Gründe.

          Im März sanken die Bestellungen ebenfalls um 10 Prozent. Es war der vierte Rückgang in Folge. Besonders stark waren die Einbußen im Inland mit 15 Prozent. „Die exportgetriebene deutsche Industrie kann sich nicht abkoppeln von der globalen Verunsicherung“, erläuterte Wiechers. Die Auslandsbestellungen verfehlten ihr Vorjahresniveau um 8 Prozent.

          Wichtigster Einzelmarkt weiterhin Amerika

          Für das laufende Jahr rechnete der VDMA zuletzt mit einem Wachstum der Produktion, bereinigt um Preiserhöhungen, von einem Prozent. Ursprünglich hatten die Maschinenbauer ein Plus von 2 Prozent erwartet. Bereits im vergangenen Jahr war das Wachstum mit 2,1 Prozent schwächer ausgefallen als zu zunächst erhofft. Im Maschinenbau sind mehr als 1,3 Millionen Menschen tätig, damit ist die Branche nach eigenen Angaben der größte industrielle Arbeitgeber im Land.

          Keine gute Nachricht für die Branche ist die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen Amerika und China. Donald Trump hatte am Sonntag überraschend ankündigt, die bereits geltenden Sonderzölle auf Wareneinfuhren aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar würden von diesem Freitag an von bisher 10 auf 25 Prozent erhöht. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt sind wichtige Märkte für Maschinen „Made in Germany“.

          Die Verunsicherung in China sei bereits groß, sagte der Leiter der VDMA-Außenwirtschaftsabteilung, Ulrich Ackermann, auf Anfrage. „Bei einer Eskalation des Konflikts besteht das Risiko, dass sich chinesische Unternehmen noch stärker mit Investitionen in Maschinen und Anlagen zurückhalten.“ Zugleich sieht Ackermann die Gefahr, dass die Konkurrenz für die deutschen Maschinenbauer wächst. „Höhere Zölle werden den Drang chinesischer Hersteller weiter verstärken, auf den internationalen Märkten voranzukommen.“

          Wichtigster Einzelmarkt für Maschinen „Made in Germany“ waren auch im vergangenen Jahr die Vereinigten Staaten mit einem Volumen von 19,25 Milliarden Euro knapp vor China mit 19,06 Milliarden Euro. Knapp die Hälfte (47,2 Prozent) der deutschen Maschinenexporte gehen in die EU.

          Weitere Themen

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Nach langem Anlauf fusioniert Video-Seite öffnen

          T-Mobile US und Sprint : Nach langem Anlauf fusioniert

          Ein Zusammenschluss der Nummer drei und Nummer vier des amerikanischen Mobilfunkmarktes war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert. Jetzt steht nur noch das Justizministerium als einzige Hürde im Weg.

          Topmeldungen

          Der russische Präsident Wladimir Putin und Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, geben sich während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Moskau die Hand.

          Nach Ibiza-Video : Orbán und Putin wenden sich von Strache ab

          In seinem Ibiza-Video hat Heinz-Christian Strache den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als sein Vorbild bezeichnet. Doch der hat sich nun von Österreichs ehemaligem Vizekanzler distanziert. Auch Putin wendet sich von Strache ab.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.