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Letzte Hoffnung : Trump gegen Xi – warum das Treffen in Osaka so wichtig ist

Der amerikanische Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping im November 2017 in Peking Bild: Reuters

Amerikas Präsident und Chinas Staatschef kommen am Wochenende auf dem G-20-Gipfel in Japan zusammen. Es ist der letzte Versuch, einen enormen Schaden von der Welt abzuwenden.

          Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China bremst schon die Konjunktur in den beiden größten Wirtschaftsnationen und hat Auswirkungen auf den Rest der Welt. Selbst wenn Amerikas Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Samstag am Rande des G-20-Gipfels im japanischen Osaka einen Kompromiss finden sollten, ist Schaden nicht mehr zu abzuwenden. Das Treffen der beiden Staatschefs gilt als letzter Versuch, den Handelskrieg beizulegen und Schlimmeres zu vermeiden.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Es steht viel auf dem Spiel: Amerikas Industrie steht nach Analyse der „Deutsche Bank Research“ kurz vor einer Rezession. Der wichtige ISM-Index, der die Auslastung der Fabriken misst, fiel im Mai auf 52,1 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand in Trumps Amtszeit. Unter der 50-Punkte-Marke schrumpft die Produktion. Seit vergangenem Oktober, als der Handelskonflikt eskalierte, sei die Zuversicht der Industrieunternehmen stark gesunken und die Investitionen stagnierten. Die am Mittwoch vom Wirtschaftsministerium vermeldete schrumpfende Nachfrage nach langlebigen Wirtschaftsgütern bestätigt den Negativtrend. Die Schwäche des Sektors spiegelt die globale Verflechtung der Produktion, die durch Zölle und Zoll-Androhungen schwer erschüttert wurde. Die Stärkung Amerikas alter Industrien ist ein zentrales Anliegen Trumps.

          Nun lautet die Sorge, die Schwäche der Industrie, in der 10 Prozent der amerikanischen Arbeitnehmer beschäftigt sind, könnte andere Sektoren runterziehen. „Wir erwarten im Moment keine Rezession in Amerika“, sagt Deutsche-Bank-Volkswirt Torsten Slok. Aber er achte sehr genau auf Zeichen, die nach unten deuten könnten.

          Xi will weitreichende Forderungen stellen

          Der Chef der amerikanischen Notenbank Fed, Jerome Powell, bereitet unterdessen verbal Leitzinssenkungen vor, um ein Abrutschen der Konjunktur zu bremsen. Die Unsicherheiten über die Handelsfragen und Schwächezeichen der Weltwirtschaft erhöhten die Risiken, sagte er am Dienstag in New York. Amerikas Finanzminister Stephen Mnuchin versucht offenbar, die wachsenden Konjunktursorgen zu zerstreuen mit seinem Hinweis, China und Amerika hätten sich in 90 Prozent der offenen Handelsfragen geeinigt. Das war aber schon der Stand, als die Verhandlungen vor wenigen Wochen abgebrochen worden waren.

          Am Donnerstag dann berichtete das „Wall Street Journal“, dass Xi in Osaka weitreichende Bedingungen für ein Ende des Handelskrieges stellen will. Dazu zählten die Aufhebung aller Strafzölle und der Blockade gegen Geschäfte von amerikanischen Unternehmen mit dem chinesischen Telekomriesen Huawei. Trotz der deutlichen Forderungen werde Xi nicht konfrontativ in das Gespräch gehen, wurden chinesische Beamte zitiert. China wolle sehen, ob die Vereinigten Staaten die Handelsgespräche dort wieder aufnehmen würden, wo sie abgebrochen seien, hieß es.

          Das Weiße Haus streute indes, dass ein vorläufiger Kompromiss zwischen Trump und Xi möglich sei. Trump würde gegen Zugeständnisse Pekings darauf verzichten, 25-Prozent-Zölle auf Importe im Wert von 300 Milliarden Dollar zu verhängen. Aktuell werden in Washington Unternehmen zu den Zollplänen angehört. Sie wenden sich fast einstimmig gegen neue Zölle, die ihre Kosten steigern, ihre Absatzchancen verschlechtern und Preiserhöhungen erzwingen würden.

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