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Amerika gegen China : Mehr als Freihandel

  • -Aktualisiert am

Kurzer Augenkontakt: Xi und Trump auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires Bild: imago

Wer kauft Chinas Waren? Wer finanziert Amerikas Defizit? Donald Trump und Xi Jinping brauchen den wirtschaftlichen Erfolg – man sollte ihren Burgfrieden nicht geringschätzen.

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          Die Abschlusserklärung der G-20-Staaten nach dem Treffen ohne gewaltsame Proteste in Buenos Aires ist so spannend wie das offizielle Gipfelfoto der Staatschefs. Das Wichtigste passierte danach. Beim gemeinsamen Essen schlossen Trump und Xi einen Burgfrieden auf Zeit. Als die Präsidenten der beiden größten Wirtschaftsmächte der Erde, die Vereinigten Staaten und die Volksrepublik China, vereinbarten, ihren Handelsstreit im Januar anders als geplant nicht weiter zu eskalieren, waren die EU und der Rest der Welt nicht dabei.

          Aus europäischer Sicht mag man bedauern, nicht mal mehr am Katzentisch zu sitzen, zumal die EU wirtschaftlich auch ein Schwergewicht ist. Doch so geht Realpolitik. Bundeskanzlerin Merkel wird das verkraften, nach ihrer strapaziösen Anreise erholte sie sich bis zum Rückflug in der Regierungsmaschine bei einem Spaziergang und in einem Steakhaus, wofür die Argentinier sie feierten.

          China Jagd nach Technik wird weitergehen

          Die zumindest vorübergehende Entspannung im Handelskonflikt sollte man nicht geringschätzen. In Zeiten von Kurseinbrüchen an den Börsen und vielen anderen Warnsignalen für die Weltwirtschaft sind Zeitgewinn und verbale Abrüstung ein Gewinn. In 90 Tagen werden Washington und Peking ihre zahlreichen Differenzen kaum aus der Welt schaffen können. Nicht zu Unrecht werden Hardliner in Washington sagen, aus Peking hätten bereits Trumps Vorgänger viele Versprechen gehört.

          Doch neben den üblichen warmen, unverbindlichen Worten zum Schutz geistigen Eigentums und Abbau von Überschüssen gibt es diesmal aus Peking eine Zusage, die vielen Amerikanern wichtiger ist als der Freihandel. China will das Schmerzmittel Fentanyl als verbotene Substanz einstufen. Dieses Rauschgift wird vor allem in China produziert und gilt als hauptverantwortlich dafür, dass die statistische Lebenserwartung besonders der Landbevölkerung Amerikas seit Jahren sinkt, während sie im Rest der Welt steigt.

          Amerika und China sind zu eng miteinander verflochten und zu abhängig voneinander, als dass sie ihre Verbindungen einfach kappen könnten. Wer kauft Chinas Waren? Wer finanziert Amerikas Defizit?

          Beide, Trump und Xi, brauchen den wirtschaftlichen Erfolg. Chinas Jagd nach Technologie wird weitergehen, vielleicht weniger offensichtlich und hemmungslos. Höhere Zölle drohen ebenfalls weiter, auch gegenüber der EU, denn Zölle wollen Trump – und die Demokraten.

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