https://www.faz.net/-gqe-9f08p

Seidenstraße : Chinas Mammutprojekt gerät ins Stocken

Die Seidenstraße führt auch nach Afrika: Güterzug zwischen Mombasa und Nairobi in Kenia Bild: Bloomberg

Präsident Xi braucht dringend eine Antwort im Handelsstreit. Nun aber gerät auch sein Lieblingsprojekt unter Druck: Die neue Seidenstraße steht in der Kritik.

          5 Min.

          Die meisten Menschen kennen die Malediven als Tauchparadies. Die politischen Wirren auf den muslimischen Inseln schreiben kaum Schlagzeilen im Westen. Nun aber spielen die Inseln eine wachsende Rolle im Tauziehen um die „neue Seidenstraße“, mit der China die Welt verketten will. Immer mehr Regierungen äußern Kritik an den chinesischen Plänen, manche durchkreuzen sie. Eine immer interessantere Rolle spielen dabei muslimische Staaten. Zugleich haben Amerikaner und Europäer eigene Initiativen beschlossen, die im Volumen zwar wesentlich kleiner ausfallen, aber zumindest Zeichen setzen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der chinesische Präsident Xi Jinping muss nicht nur einen Ausweg aus dem Handelsstreit mit Amerika finden. Auch sein Lieblingsprojekt, mit dem er Pekings Einfluss auf die Welt zementieren will, ist kein Durchmarsch mehr. Zu groß ist die Furcht, überrollt und abhängig zu werden. Der Politologe Thazha Varkey Paul von der kanadischen McGill Universität findet einen Vergleich, der die früheren Kolonialländer Asiens besonders provoziert: „Das ist Chinas Version der East India Company, angepasst an die heutigen Zeiten.“ Mehr als 1000 Milliarden Dollar will Peking investieren, um seinen Einfluss über die neue Seidenstraße auszuweiten. Dabei werden Arbeit und die chinesische Währung Yuan internationalisiert, Produkte verkauft, indem China Kraftwerke und Staudämme, Eisenbahnlinien und Häfen, Straßen, Brücken und Flughäfen im restlichen Asien und Afrika entwickelt, finanziert und baut. Ein großer Teil der Infrastruktur kann auch für militärische Zwecke genutzt werden.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Müller? Boateng? Hummels? Bundestrainer Joachim Löw schraubt derzeit an seinen Formulierungen zum Thema.

          Rückkehrer für DFB-Team : Die Verrenkungen des Joachim Löw

          Um die Form von Müller, Boateng und Hummels muss man sich keine Sorgen machen. Es ist der Bundestrainer, der in Form kommen muss, wenn es in diesem Sommer bei der Fußball-EM etwas werden soll.