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Handelsstreit : Ein Deal mit China? Eher nicht!

Im April 2017 war Xi zu Gast in Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Bild: dpa

Donald Trump stellt eine Entspannung im Wirtschaftsstreit der Supermächte in Aussicht. Unwahrscheinlich, dass es so kommt – denn es geht um viel mehr.

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          Eine wirklich „sehr gute Konversation“ mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping habe er gehabt, teilte der amerikanische Präsident Donald Trump gerade über den Kurznachrichtendienst Twitter der Welt mit. Xi wiederum, der mächtige Vorsitzende der chinesischen Kommunistischen Partei, sei „sehr glücklich“ über das Telefonat mit seinem Widerpart in Washington gewesen. Die Anführer der beiden größten Volkswirtschaften des Planeten haben sich demnach über Handelsfragen und Investitionsbedingungen ausgetauscht – Trump stellte daraufhin zumindest so glaubwürdig eine mögliche Übereinkunft in Aussicht, dass die Anleger sich zunächst mit Kurssteigerungen bedankten.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Doch steht eine Einigung der Wirtschaftsgroßmächte wirklich bevor? Hat Trump, der sich mitten im Wahlkampf befindet und dafür kämpft, dass seine Republikaner die Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses verteidigen, tatsächlich einen „Deal“ ins Auge gefasst mit Peking?

          Zweifel sind durchaus angebracht. Dafür brauchte es den Auftritt des obersten Wirtschaftsberaters Larry Kudlow im amerikanischen Finanzsender CNBC am späten Freitagnachmittag nicht, der entsprechende Hoffnungen dämpfte und klarmachte, dass in absehbarer Zeit kein konkreter Vertrag unterschrieben werden wird. Und selbst wenn, dürfte das nichts Dauerhaftes sein.

          Vielmehr spricht der Kern dieser Auseinandersetzung dagegen, dass sich beide Seiten wirklich einigen können. Denn es geht eben bloß vordergründig um Zölle oder Möglichkeiten, sich an chinesischen beziehungsweise amerikanischen Unternehmen mehrheitlich beteiligen zu können oder Fabriken im jeweils anderen Land errichten zu dürfen. Es geht, zumindest für Teile der amerikanischen Regierung und der beiden (!) Parteien – Republikaner und Demokraten – um eine strategische Rivalität, die neben wirtschaftlicher Größe auch militärische Möglichkeiten, außenpolitische Macht und technologische Dominanz, Stichwort Künstliche Intelligenz, umfasst.

          Der in Peking auf den Weg gebrachte Entwicklungsplan „Made in China 2025“ wird in Washington auch als Kampfansage an Amerika aufgefasst. Das im Sommer 2017 von der chinesischen Führung ausgegeben Ziel, die Volksrepublik mit Milliardeninvestitionen bis zum Jahr 2030 zur führenden KI-Nation der Erde zu machen, hat gleichsam alarmiert. Beide Initiativen werfen unter Sicherheitsfachleuten in Washington die Frage auf, was für die Vereinigten Staaten eigentlich daraus folgt.

          Sie brauchen dafür übrigens bloß zwei Zahlen miteinander zu vergleichen: Etwas weniger als 17.000 Dollar groß ist die nach Kaufkraft kalkulierte chinesische Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung, errechnen die Experten des Auslandsgeheimdienstes CIA – deutlich weniger als die ungefähr 60.000 Dollar, die im Schnitt auf einen Amerikaner entfallen derzeit. Weil Chinas Wirtschaft schneller wächst als die amerikanische und den 330 Millionen Amerikanern mehr als 1,3 Milliarden Chinesen gegenüberstehen, ist mit Blick auf dieses Aufholpotential schnell einsichtig, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die chinesische Wirtschaft größer sein wird als die amerikanische (nach mancher Rechnung hat sie das schon geschafft).

          Und weil wiederum ökonomische Größe eine Basis für politische Einflussmöglichkeiten darstellt, spricht nichts dafür, dass beide Seiten ihren Streit in absehbarer Zeit dauerhaft beilegen – auch wenn sie durch verflochtene Lieferketten natürlich voneinander abhängen und sich beträchtlich schaden können. Ökonomen können vollkommen zutreffend auf die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung verweisen, mit deren Hilfe friedlich miteinander handelnde Staaten theoretisch mehr Wohlstand für alle ermöglichen können. Nur darum alleine geht es eben nicht.

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