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Wirtschaftsstreit mit China : Trump: „Achtet auf wichtige Ankündigungen!“

  • Aktualisiert am

Will er einen Deal? Donald Trump hat umfangreiche Zölle gegen China verhängt. Bild: AFP

Donald Trump drängt auf Fortschritte in der Auseinandersetzung mit China. Ein weiteres Mal twittert er über „konstruktive Gespräche“. Was bekommen die Chinesen dafür?

          Kommt wirklich Bewegung in den Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt? Der amerikanische Präsident Donald Trump zumindest scheint sehr zuversichtlich. „Sehr produktive Gespräche mit China“, twitterte er und fügte hinzu: „Achtet auf einige wichtige Ankündigungen!“

          An der Börse machte sich sofort Hoffnung breit. Die Aktienkurse von BMW und Daimler, die in den Vereinigten Staaten Geländewagen herstellen und von dort nach China exportieren, legten um jeweils 2,4 Prozent zu. Volkswagen-Anteile gewannen sogar um bis zu 3,7 Prozent an Wert. Die Aktienkurse von Peugeot, Renault und Fiat Chrysler sowie von Zulieferern wie Continental und Faurecia stiegen ebenfalls. Der deutsche Standardwerteindex Dax baute seine Gewinne aus und notierte zwei Prozent höher auf etwas weniger als 11.000 Punkten.

          Die Führung in Peking wolle angeblich die von China infolge des Streits erhöhen Zölle vor Autos aus Amerika drastisch verringern – sie sollen auf 15 von derzeit 40 Prozent zurückgenommen werden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mitteilte unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ein entsprechender Vorschlag sei dem Kabinett zur Prüfung vorgelegt worden.

          Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Auch ist nicht bekannt, was die Amerikaner im Gegenzug anbieten. Als belastend für die Gespräche ist gerade jedenfalls hinzugekommen, dass kanadische Behörden die Finanzchefin des chinesischen Technik-Konzerns Huawei festnahmen auf Ersuchen Washingtons.

          Im Juli wiederum hatte die Regierung in Peking als Folge der eskalierenden Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten die Auto-Zölle auf 40 Prozent angehoben, wonach viele Hersteller die Verkaufspreise erhöhten und infolge dessen Umsatzrückgänge erlitten. Nach seinem jüngsten Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Argentinien hatte Donald Trump schon getwittert, China habe zugestimmt, die Auto-Zölle zu senken.

          Beide Seiten haben nach Angaben aus Peking den Fahrplan für die nächste Phase ihrer Handelsgespräche ausgelotet. Dazu telefonierten der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin, Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer und der chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He nun miteinander. Sie hätten ihre Ansichten darüber ausgetauscht, wie der zwischen Trump und Xi erzielte Konsens umgesetzt werden könne.

          Auch wenn sich beide Seiten auf niedrigere Zölle einigen sollten, halten viele Fachleute eine nachhaltige Lösung dieses Streits für kaum denkbar. Denn zumal in Washington geht es nicht nur um Handelsfragen, sondern um die strategische Rivalität mit China nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in technologischer und nicht zuletzt militärischer.

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