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Donald Trump : „Die EU wurde gebildet, um uns auszunutzen“

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Donald Trump, hier während einer Rede in Richmond. Bild: AP

Amerikas Präsident Trump keilt weiter gegen die EU. Niemand behandle die Vereinigten Staaten viel schlechter. Klare Worte findet er auch zu den Kosten der Nato.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat der EU abermals feindseliges Verhalten in Handelsfragen vorgeworfen. „Die Europäische Union wurde gebildet, um uns beim Handel auszunutzen“, sagte Trump in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des amerikanischen Sender CBS. „Und das ist, was sie getan haben.“ Er fügte hinzu: „Niemand behandelt uns viel schlechter als die Europäische Union.“

          CBS-Reporterin Lesley Stahl sagte in dem Interview: „Das klingt feindselig.“ Trump widersprach und betonte mit Blick auf die EU: „Wissen Sie, was feindselig ist? Wie sie uns behandeln.“ Der Präsident sagte weiter, er möge die Nato. „Aber wissen Sie was? Wir sollten nicht für fast die gesamten Kosten der Nato aufkommen, um Europa zu beschützen. Und zusätzlich nutzen sie uns beim Handel aus. Das werden sie nicht mehr tun. Sie verstehen das.“ Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatten sich im Juli darauf geeinigt, den Handelskonflikt beilegen zu wollen. Eine konkrete Vereinbarung dazu gibt es bislang aber nicht.

          Auch zum Klimawandel äußerte sich der amerikanische Präsident. Dem Interview zufolge hält er ihn inzwischen zwar für Realität, zweifelt aber an einer Verantwortung der Menschheit dafür. „Ich bestreite den Klimawandel nicht“, sagte Trump in dem Interview. „Aber er könnte sehr wohl wieder zurückgehen.“ Er wisse zudem nicht, ob Analysen von Wissenschaftlern zuträfen, wonach die Menschheit für die globale Erderwärmung verantwortlich sei. „Wissenschaftler haben eine politische Agenda“, sagte Trump.

          In der Zeit vor seiner Präsidentschaft hatte Trump wiederholt über Warnungen vor dem Klimawandel gespottet. So hatte er beispielsweise Ende 2013 auf Twitter geschrieben: „Globale Erderwärmung ist ein totaler, und sehr teurer, Scherz!“ Im vergangenen Jahr hatte er als Präsident den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt, den sein Vorgänger Barack Obama noch mitverhandelt hatte . In den vergangenen Tagen hatte der ungewöhnlich heftige Hurrikan „Michael“ schwere Verwüstung in mehreren Bundesstaaten angerichtet. Trump sagte CBS dazu: „Man sagt, dass wir Hurrikane hatten, die viel schlimmer waren, als was wir gerade mit Michael hatten.“ Auf seine frühere Haltung zur
          Erderwärmung angesprochen, antwortete der Präsident: „Ich denke nicht, dass es ein Scherz ist.“ Trump betonte aber, er wolle durch Klimaschutzmaßnahmen nicht Millionen Jobs und Milliarden Dollar verlieren.

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