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Handelsstreit mit Amerika : Industrie- und Handelskammern befürchten deutlich weniger Wachstum

  • Aktualisiert am

Am Ende? Ein Kreuz steht vor dem Stahlwerk Schwelgern in Duisburg-Marxloh. Bild: dpa

Ab Freitag müssen Unternehmen aus der EU hohe Zölle zahlen, wenn sie Stahl oder Aluminium nach Amerika verkaufen. Das wird die deutsche Konjunktur treffen, warnen die Kammern.

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          Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland angesichts des Handelsstreits mit den Vereinigten Staaten überraschend stark gesenkt. Es werde dieses Jahr nur noch mit einem Plus von 2,2 Prozent gerechnet, ein halber Prozentpunkt weniger als zuletzt, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Mittwoch in Berlin.

          Der Konflikt mit Amerika über die Handelspolitik habe die Firmen erheblich verunsichert, sagte er zur Begründung. Die Bundesregierung rechnet dieses Jahr mit einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent und im nächsten Jahr um 2,1 Prozent.

          Amerikas Präsident Donald Trump hatte zusätzliche Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium verhängt, um die amerikanische Industrie zu schützen. Die Europäische Union ist davon befristet ausgenommen worden. Die Ausnahme sollte ursprünglich bis 1. Mai gelten und war im letzten Moment bis 1. Juni – diesen Freitag – verlängert worden.

          EU-Kommissarin versucht abermals zu vermitteln

          Vor dem Auslaufen der Frist versucht EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, die Zölle mit Gesprächen in letzter Minute noch abzuwenden. Sie sei auf dem Weg nach Paris und werde dort mit dem amerikanischen Handelsminister Wilbur Ross und dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer zusammentreffen, erklärte Malmström am Mittwoch. Ziel der EU sei es, komplett von den Schutzzöllen ausgenommen zu werden.

          Die EU-Handelskommissarin rechnete aber zuletzt nicht mit einem Einlenken Amerikas. „Hoffentlich wird es eine positive Zusammenarbeit sein, die wir sehen, ohne Strafzölle oder Einfuhrquoten, aber realistischerweise denke ich, dass wir darauf nicht hoffen können“, sagte Malmström am Dienstag im EU-Parlament in Straßburg.

          „Selbst wenn Amerika entscheiden sollten, auf Zölle zu verzichten, erwarte ich nichtsdestotrotz, dass sie irgendeine Art von Obergrenzen für EU-Exporte verhängen werden.“

          Sollten die Zölle dieses Mal in Kraft treten, haben die Europäer Gegenmaßnahmen vorbereitet. Wenn es zu keiner Einigung kommt, könnte sich der Streit zu einem Handelskrieg ausweiten.

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